Klitschko-Stalker Briggs wird sich nie in den Ring pöbeln

04. August 2014 - 14:11 Uhr

Shannon Briggs ist ein armer Tropf. Seit einem Vierteljahr schon stellt der Amerikaner Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko in allen Winkeln dieser Welt nach und bepöbelt den 38-Jährigen, wie und wo es nur geht, um endlich seinen WM-Fight gegen Klitschko zu bekommen.

Wladimir Klitschko schüttet Shannon Briggs Wasser über den Kopf.
Abkühlung für Hitzkopf Shannon Briggs.

Zuletzt schlug Briggs doppelt zu: Erst stürmte er eine Trainingshalle in Süd-Florida, um Klitschko zum Kampf herauszufordern, wobei er gebetsmühlenartig die Sätze "I'm the real Champ, I wanna fight you, I'll beat you" in den Ring schleuderte. Danach tauchte er in bester Stalker-Manier in einem italienischen Nobel-Restaurant in Hollywood (Florida) auf, in dem Klitschko sein Mittagessen einnahm (siehe Video von Fightnews.com). Wo immer Klitschko sei, dort sei er auch, drohte Briggs und fand sich wenig später – alleine – im Krankenhaus wieder. Pöbeln, bis der Arzt kommt.

Und alleine wird Briggs auch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag bleiben. "Die Streiche von Mister Briggs waren ja ganz lustig, aber jetzt hört der Spaß langsam auf", sprach Klitschko-Manager Bernd Bönte in der 'Bild' nun ein Machtwort. Der ehemalige Schwergewichts-Champ, der am 23. April zum ersten Mal unangenehm auf sich aufmerksam gemacht hatte, als er eine Presskonferenz in Oberhausen vor dem Klitschko-Kampf gegen Alex Leapai störte, kann so viel pöbeln, wie er will – einen Kampf wird es nicht geben.

"Briggs ist keine Option für mich. Ich fokussiere mich voll und ganz auf meine Titelverteidigung am 6. September in Hamburg gegen Pulev", pflichtete 'Dr. Steelhammer' bei, der sich ab heute in Going/Österreich auf die Pflichtverteidigung seines IBF-Gürtels gegen den Bulgaren (live bei RTL) vorbereitet – und sowohl dort als auch danach wohl seine Ruhe vor Briggs haben wird, denn für die Zeit nach dem Pulev-Kampf scheint kein Platz für Box-Rüpel Briggs. "Ganz oben steht die Titelverteidigung gegen den Sieger aus Bermane Stiverne gegen Deontay Wilder. Der WBC-Gürtel fehlt noch in der Titelsammlung", so Bönte.

Briggs' Management finanziert den Wahnsinn

Den WBC-Gürtel hatte zuletzt Bruder Vitali Klitschko inne. Der emeritierte Schwergewichts-Champ hatte den Titel wegen seiner politischen Aktivitäten niedergelegt. Niedergelegt hatte Vitali zu seiner aktiven Zeit auch Briggs. Vor vier Jahren wurde 'The Cannon' vom heute 43-Jährigen derart krankenhausreif geprügelt, dass er seit jeher nichts als Rache im Sinn hat.

Finanziert wird das Spektakel übrigens von Briggs' Management, in der Hoffnung, die Kohle für die ganzen Stalker-Reisen könne dereinst durch einen Kampf gegen Wladimir wieder reinkommen. Klassischer Fall von 'Rechnung ohne den Wirt' gemacht.