Konkrete Zahlen zum Klimawandel

Klima-Update mit Christian Häckl: Wir wirken sich die 1,6 Grad Temperaturänderung aus?

25. Oktober 2021 - 12:13 Uhr

Klima Update mit Christian Häckl zum Klimawandel in Deutschland

Was bedeuten 1,6 Grad Temperaturänderung in Deutschland? Das hört oder liest sich ja erst einmal nicht besonders dramatisch an. Gefährlich ist dabei auch weniger die Änderung der mittleren Temperatur, sondern mehr die Zunahme extremer Temperaturen und extremer Wetterereignisse. Neben mehr Hitzetagen sind beispielsweise auch mehr Starkregenereignisse die Folge. Mit der Erwärmung gehen zudem mehr Niederschläge im Winter und mehr Sonnenstunden übers Jahr einher. Christian Häckl erklärt die Details.

Temperaturen im deutschen Süden sind so wie früher in Italien

Diese drei Beispiele vom Deutschen Wetterdienst zeigen, dass 1,6 Grad Änderung der mittleren Temperatur sehr wohl drastisch sind:

  • In der letzten Eiszeit lag die globale Mitteltemperatur lediglich 6 Grad niedriger als im letzten Jahrhundert.
  • 1,6 Grad mehr in Deutschland bedeuten längere Wachstumsperioden, z.B., dass Bäume heute 2 Wochen früher blühen und austreiben. Leider erhöht die frühere Blütezeit auch die Gefahr von Nachtfrösten, die die Fruchtbildung verhindern.
  • Temperaturen in Süddeutschland sind heute so, wie früher südlich der Alpen in Italien.

Was ist Starkregen?

Niederschlagsmengen an einzelnen Orten bei ausgewählten extremen Starkregenereignissen in Deutschland zwischen 1920 und 2021
Niederschlagsmengen an einzelnen Orten bei ausgewählten extremen Starkregenereignissen in Deutschland zwischen 1920 und 2021
© Statista

Trotzdem sind es eben die Extreme, die kurzfristig gesehen Gefahr für Leib und Leben bedeuten. Beispiel Starkregen. Der Deutsche Wetterdienst definiert Starkregen so: In einer Stunde müssen mindestens 15 Liter pro Quadratmeter oder in 6 Stunden mindestens 20 Liter pro Quadratmeter runterkommen. Das wird in den letzten Jahren oft um ein Vielfaches überschritten.

Die Statistik zeigt Starkregenereignisse in Deutschland an ausgewählten Orten in den Jahren von 1920 bis 2021. Im Jahr 2014 fielen am 28. Juli in Münster innerhalb von sieben Stunden 292 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Deutschland fallen im Schnitt in einem gesamten Juli 55 Liter.

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Hochwasserkatastrophe im Juli 2021: Die Grafik zeigt die durchschnittlichen Niederschläge in den betroffenen Flussregionen im Vergleich zu normalen Juli-Werten.
© Statista

Das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe 2021 lässt sich besonders im Vergleich zum Referenzwert der durchschnittlichen Juli-Niederschläge von 1991 bis 2020 erahnen. So ergossen sich in den drei Tagen vom 12. bis zum 14. Juli etwa im Gebiet der Erft mit 129,5 Litern fast doppelt so viele Niederschläge wie in einem durchschnittlichen gesamten Juli.

Die Flussgebiete der Emscher, der Sieg und der Lippe sind die einzigen, die in den drei Tagen der Katastrophe nicht die vergleichbaren Julimengen erreichten.

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(ctr)