Zu viel Rummel: Greta musste von der Demo weggebracht werden

Großer Klimamarsch in Madrid - Gipfel geht in entscheidende Woche

7. Dezember 2019 - 10:49 Uhr

Bis zu 500.000 Teilnehmer

Mit einem großen Marsch für mehr Klimaschutz haben Zehntausende Demonstranten eine der bekanntesten Straßen Madrids lahmgelegt. Die Organisatoren sprachen von 500.000 Teilnehmern am Freitagabend. An der Kundgebung auf der Flaniermeile Paseo del Prado nahm auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg teil. Die 16-Jährige musste den Marsch jedoch wegen des riesigen Rummels um ihre Person später verlassen und wurde mit einem Elektroauto zu der großen Bühne gefahren, auf der die Abschlusskundgebung stattfand.

Appell von Bardem an die Politik

Bei der Großdemo war auch der spanische Filmstar Javier Bardem dabei, ebenso wie zahlreiche Indigene aus Lateinamerika, die ganz besonders unter der Umweltzerstörung und Abholzung der Regenwälder leiden. Die Politiker müssten jetzt "auf der Höhe dieses historischen Moments" sein, erklärte Bardem mit Blick auf die anhaltenden internationalen Klimaproteste.

Auch Thunberg forderte die Politiker bei einer kurzen Rede unter dem Jubel der Anwesenden erneut auf, beim derzeitigen UN-Klimagipfel konkrete Fortschritte im Kampf gegen die Erderwärmung zu erzielen. Verwirrung gibt es um die Zahl der Demo-Teilnehmer: Während die Organisatoren von einer halben Million Teilnehmern sprachen, bezifferte die Nationalpolizei die Zahl auf gerade einmal 15.000. Eine Erklärung für diese riesige Diskrepanz gab es zunächst nicht. Spanische Medien sprachen am Samstag von einem "Krieg der Zahlen".

Thunberg: "Weiter für eine besser Zukunft kämpfen"

Bei einer Pressekonferenz hatte Thunberg eingeräumt, dass die weltweiten Klimaproteste junger Aktivisten bisher so gut wie nichts dazu beigetragen hätten, den Klimawandel aufzuhalten. "Wir haben das Bewusstsein für Klimafragen geweckt, aber das reicht noch lange nicht aus", sagte sie. "Somit kann man sagen, dass wir viel, aber dann auch wieder nichts erreicht haben." Sie selbst sehe sich dabei nur als "einen kleinen Teil einer sehr großen Bewegung", die weiter für eine bessere Zukunft kämpfen werde.

Bei der zweiwöchigen Weltklimakonferenz, die ursprünglich in Santiago de Chile stattfinden sollte und wegen der dortigen Unruhen kurzfristig nach Madrid verlegt wurde, ist nun fast Halbzeit. Die Hilfsorganisation Care monierte, die Industrienationen spielten in Madrid bislang auf Zeit, und auch die EU-Kommission bleibe weiter hinter den Erwartungen zurück. Ab der nächsten Woche wird auf Ministerebene verhandelt, dann reist auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze an.