Eigene Klimabilanz in der Küche verbessern

Klimafreundlich kochen und essen - so geht's!

Wie wir essen und kochen hat einen großen Einfluss darauf, wie unsere persönliche CO2-Bilanz ausfällt.
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21. September 2019 - 12:50 Uhr

Ernährung hat viel Einfluss auf unsere CO2-Bilanz

Das alte Sprichwort "Du bist, was du isst" lässt sich gerade auf die eigene CO2-Bilanz nur zu gut übertragen. Unsere Ernährung ist ein wichtiger Faktor dabei, wie viele klimaschädliche Treibhausgase wir im täglichen Leben verursachen und wie groß unser ökologischer Fußabdruck am Ende ist. 

Wir zeigen, welche Schritte hin zu einer klimafreundlichen Ernährung es gibt und wie Sie Ihre persönliche Klimabilanz beim Kochen und Essen verbessern können.

Auf tierische Produkte verzichten

Mehrere Kühe stehen am 08.10.2014 in Gmund am Tegernsee (Bayern) hinter einem Kuhfladen auf der Weide.  Nach EU-Plänen soll künftig für Flächen mit einer Hangneigung von mehr als 15 Prozent ein generelles Düngeverbot gelten. Foto: Marc Müller/dpa | V
Rinder, die für den Fleischkonsum gemästet werden, stoßen jede Menge klimaschädliches Methangas aus.
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Der größte und wichtigste Beitrag zu einer klimafreundlichen Ernährung ist so simpel wie radikal: möglichst auf Fleisch und andere tierische Produkte zu verzichten. Die schlimmsten Klimakiller sind Butter, Fleisch - vor allem Rindfleisch -, Eier und Milchprodukte. Rindfleisch ist dreimal klimaschädlicher als Schweinefleisch oder Geflügel.

Im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln braucht die Herstellung von tierischen Produkten ein Vielfaches an Energie und Flächen, denn die Tiere brauchen Weideflächen. Außerdem ist viel Platz für den Anbau von Futtermitteln nötig. Zum Vergleich: Knapp 60 Prozent der Landwirtschaftsflächen in Deutschland werden laut Umweltbundesamt für den Anbau von Futtermitteln für die Nutztierhaltung benötigt, auf nur 20 Prozent der Flächen werden Lebensmittel für den Menschen angebaut. Die Rinder auf den Weideflächen stoßen außerdem jede Menge Methangas aus - ein Treibhausgas, das viel schädlicher als CO2 ist.

Regionale und saisonale Produkte kaufen

Auch Produkte, die mit dem Flugzeug transportiert wurden und lange Transportwege hinter sich haben, sind extrem klimaunfreundlich. Kaufen Sie also stattdessen regionale Produkte, um das Klima zu schonen und um die Kreislaufwirtschaft in Ihrer Heimatregion zu unterstützen.​

Idealerweise sollten saisonale Produkte gewählt werden - also nur solche, die hierzulande zu der jeweiligen Jahreszeit auch verfügbar sind. Das belastet das Klima weit weniger als Lebensmittel, die lange Flugwege hinter sich haben oder im beheizten Treibhaus wachsen.

Frische Produkte statt tiefgekühlter Fertiggerichte

Frisches Gemüse belastet das Klima dreimal weniger als Gemüse, das aus der Tiefkühltruhe kommt. Ähnlich sieht es bei Fertiggerichten aus: Je stärker Lebensmittel verarbeitet sind, desto emissionsreicher und damit klimaschädlicher war ihre Herstellung. Kaufen Sie statt Fertigprodukten deshalb möglichst unverarbeitete Produkte, die Sie frisch zubereiten. Vermeiden Sie es außerdem, Produkte in Plastikverpackungen zu kaufen.

Fleischalternativen wie Tofu-Bratwürste oder Schnitzel aus Seitan sind relativ stark verarbeitet und haben daher eine höhere Energiebilanz als unverarbeitete Lebensmittel. Die Klimabilanz von tierischen Produkten ist laut Peta trotzdem noch rund zehnmal höher.

Möglichst Bio-Produkte wählen

Ökolandbau verursacht etwa ein Fünftel weniger Kohlendioxid und Methan als die konventionelle Landwirtschaft. Außerdem wird hier kein Mineraldünger verwendet. Wer klimaschonend essen will, kauft deshalb möglichst pflanzliche Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft. Bio-Siegel helfen dabei, ökologisch korrekte Produkte zu erkennen

Bei tierischen Produkten wird die Klimabilanz allerdings nicht besser, wenn sie biologisch erzeugt wurden. Unter anderem wegen der längeren Mastzeit der Tiere sind die Treibhausgasemissionen meist sogar höher als bei tierischen Produkten aus konventioneller Haltung.

Ein Beispiel: Ein Kilo Bio-Rindfleisch ist laut Peta rund 90-mal klimabelastender als ein Kilo konventionell erzeugtes Gemüse. Ein Kilo Bio-Butter ist 10-mal klimaschädlicher als konventionelle Margarine. Übrigens: Je mehr Fett ein Milchprodukt enthält, desto schlechter schneidet es bei der Klimabilanz ab. Magerquark ist also klimafreundlicher als die Vollfett-Sahnevariante.

So kochen Sie klimaschonender

Mutter und Tochter beim Essen zubereiten
Vermeiden Sie es, Lebensmittel wegzuwerfen.
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Auch beim Kochvorgang selbst kann man Energie sparen und damit das Klima schonen. Achten Sie beispielsweise immer darauf, den Deckel auf den Topf zu setzen, damit auf dem Kochfeld weniger Energie verpufft. Kaltes Wasser im Wasserkocher zu erhitzen braucht weniger Energie, als es direkt im Topf aufzukochen. Damit lassen sich jährlich rund 40 Kilo CO2 sparen. Nutzen Sie so wenig Wasser wie möglich und geben Sie erst Salz dazu, wenn das Wasser kocht.

Werden Lebensmittel weggeworfen, geht damit auch die für deren Produktion aufgewendete Energie ungenutzt in die Tonne. Versuchen Sie also, Lebensmittelabfälle möglichst zu vermeiden und alle Vorräte zu verwerten. Und wenn etwas nicht schnell genug verbraucht werden konnte: Die meisten Lebensmittel sind auch einige Zeit nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch einwandfrei verwendbar