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Klima-Zoff in Brasilien: Präsident Jair Bolsonaro beschimpft Greta Thunberg als "Göre"

Nur eine "Göre"?

Klima-Zoff in Brasilien: Präsident Jair Bolsonaro kommt nicht auf Greta Thunberg klar

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat gegen Greta Thunberg geätzt
AM/PAC/PKP, REUTERS, Adriano Machado

Brasiliens Präsident beschimpft Klima-Aktivistin Greta Thunberg als "Göre"

​Greta Thunberg und der Präsident von Brasilien werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Gut, das war aber auch nicht zu erwarten. Denn Jair Bolsonaro hat bekanntlich kein Problem damit, den Amazonas-Regenwald niederzubrennen – und auch sonst spielt er sich gerne mal als 'Trump von Südamerika' auf. Jetzt hat er gegen Greta Thunberg geätzt: Sie sei nichts als eine kleine "Göre".

Jair Bolsonaro über Greta Thunberg: "Bemerkenswert, welche Bedeutung einer Göre zugeschrieben wird"

Dass die 16-Jährige mit ihren jungen Jahren eine weltweite Bewegung für Klimaschutz auf die Straße gebracht hat, für den Friedensnobelpreis im Gespräch war und gerade erst auf der Welt-Klimakonferenz in Madrid gesprochen hat – das alles scheint Bolsonaro nicht zu beeindrucken.

Der Anlass für den Seitenhieb: Greta hatte zuvor die Ermordung zweier Ureinwohner im brasilianischen Amazonas-Regenwald verurteilt. "Es ist bemerkenswert zu sehen, welche Bedeutung die Medien einer Göre wie ihr zuschreiben", sagte Bolsonaro vor Journalisten in der Hauptstadt Brasília. "Einer Göre!" Klingt ganz so, als ob der Präsident es nicht fassen könne, dass tatsächlich ein Mädchen so große Berühmtheit erlangte – und eben nicht ein Mann.

Weil Greta die Tötung von Ureinwohnern kritisierte: Bolsonaro zeigt dünne Haut

Greta Thunberg am Mittwoch auf der Welt-Klimakonferenz in Madrid.
Greta Thunberg am Mittwoch auf der Welt-Klimakonferenz in Madrid.
AWI, REUTERS, SUSANA VERA

Greta Thunberg hatte auf Twitter die Tötung zweier Ureinwohner im nordbrasilianischen Bundesstaat Maranhao angeprangert. Es sei eine "Schande", dass die Welt schweige, während Ureinwohner, welche die illegale Rodung von Wäldern zu stoppen versuchten, umgebracht würden, schrieb Thunberg.

Bolsonaro schoss zurück: "Jeder Tod ist besorgniserregend." Seine Regierung lehne die illegale Abholzung von Wäldern ab. Nach offiziellen Angaben wurden zwischen Januar und Juli dieses Jahres mehr als 6200 Quadratkilometer Waldfläche in Brasilien gerodet – der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren.

Experten machen die umstrittene Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten für den Anstieg von Brandrodungen und die Verringerung der Waldfläche verantwortlich. Der seit Jahresbeginn amtierende Bolsonaro ist eng mit der Agrarlobby verbündet und hat Umweltschutzauflagen gelockert.