Über 45 Grad - das ist brutal!

Klima-Notstand in Frankreich: Allzeit-Rekord in Südfrankreich gemessen

29. Juni 2019 - 11:25 Uhr

Fast 46 Grad in Gallargues Le Montueux +++ Allzeit-Rekord +++ Öffentliches Leben liegt still

Frankreich schwitzt und ächzt: Eine unglaubliche Hitzewelle legt das öffentliche Leben bei unserem westlichen Nachbarn mehr oder weniger lahm. Der Allzeitrekord wurde am Freitag mit 44,4 in Nimes offiziell neu aufgestellt wurde. Die alten Rekorde für den den gesamte Juni wurden damit auch mal eben um 3 bis 5 Grad überboten. Der bisherige absolute Rekord lag bei 44,1 Grad aus dem Jahr 2003.

MeteoFrance berichtet auch davon, dass an drei weiteren (nicht im offiziellen Netz) Stationen, mehr als 45 Grad erreicht wurden. Die Spitze lag bei 45,9 Grad an der Station Gallargues Le Montueux.

"Meteorologisch gesehen ein Quantensprung"

Alarmstufe ROT das erste Mal ausgerufen +++ Was heißt das für Touristen?

Die Regierung rief den Klima-Notstand aus. Dies sei zwar nur eine "politische Erklärung", wie Umweltminister François de Rugy sagte, aber diese Aktion ist schon ein Bild mit Symbolkraft. Frankreich will bis 2050 komplett klimaneutral werden.

Auswirkungen auf das tägliche Leben hat hingegen das Ausrufen der Alarmstufe Rot. Nach der schlimmen Hitzewelle 2003 mit Tausenden Toten richtete Frankreich ein Alarmsystem ein: Gelb, Orange, Rot. Die höchste Warnstufe Rot wurde bisher nie ausgerufen, nun aber gleich in vier Departements. Zu den betroffenen Gebieten gehört auch die zweitgrößte Stadt des Landes, Marseille.

Bei Alarmstufe Rot müssen Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken, Sportangebote werden eingeschränkt und Tiertransporte sind verboten. 4.000 Schulen blieben am Freitag geschlossen. Für Touristen hat die Alarmstufe Rot erstmal keine Auswirkungen. Es kann aber sein, dass viele Läden geschlossen bleiben.

"Maskierter" Mistral ist schuld +++ Kalter Wind bläst momentan wie ein Föhn

Frankreich hat den Klima-Notstand ausgerufen
Da hilft oft nur noch eine spritzige Abkühlung im Brunnen - von denen hat zumindest Paris reichlich.
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"Schuld" an dieser Wetterlage in Frankreich hat der Fallwind Mistral, der eigentlich für eine kühle Erfrischung sorgt. Dieser Wind fegt von Nordwesten übers Land und ist in der Provence und im Zentralmassiv meist am stärksten zu spüren. Nun aber bläst der Mistral wie ein Föhn. Das liegt daran, dass sich die Sahara-Luft über den Kontinent gelegt hat. Diese aufgeheizte Luftmasse wird nun vom Mistral nach Süden geblasen und bringt die Temperaturrekorde.