Klima-Bekenntnis auf G7-Gipfel: Sogar die Umweltverbände jubeln

Merkel verbucht Elmau als Erfolg

Wer hätte das gedacht? Am Ende des G7-Gipfels in den bayerischen Alpen waren vor allem die Umweltschützer hoch erfreut über das Ergebnis. Viel Einigkeit unter den großen Industriestaaten, keine Krawalle und Bundeskanzlerin Angela Merkel kann das Treffen auf Schloss Elmau als großen Erfolg für sich verbuchen.

G7 Gipfel Elmau: Die Staats- und Regierungschefs
Die Staats- und Regierungschefs berieten rund 27 Stunden über die großen Fragen der Weltpolitik.
dpa, Michael Kappeler

Mit einem Bekenntnis zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohle setzen die G7-Staaten ein Signal gegen die Erderwärmung. Ein halbes Jahr vor dem UN-Klimagipfel in Paris gaben die G7-Staats- und Regierungschefs das Ziel aus, "im Laufe des Jahrhunderts" eine Weltwirtschaft ohne die Nutzung von fossilen Energieträgern wie Kohle zu ermöglichen.

Merkel setzte sich mit den Klima-Beschlüssen als Gipfel-Gastgeberin gegen Bedenken Japans und Kanadas durch. Sie hatte ein deutliches Signal der G7 verlangt, sonst drohe ein Scheitern des UN-Klimagipfels.

Greenpeace: "Elmau hat geliefert"

Umweltorganisationen wie Greenpeace bewerten die Klimaergebnisse von Elmau als Schritt nach vorn: "Elmau hat geliefert", sagte Greenpeace-Energieexperte Tobias Münchmeyer. Die Vision einer globalen Energiewende hin zu 100 Prozent Erneuerbaren habe deutlich Konturen gewonnen. "Mit ihren Beschlüssen stimmen die G7 endgültig den Abgesang auf die Kohle an." Es müsse nun aber die "Hintertür für gefährliche Scheinlösungen" wie Atomenergie verriegelt werden.

Auch die Entwicklungsorganisation Oxfam kommentierte, die G7-Staaten hätten beim Klimaschutz einen "Schritt vorwärts gemacht" und ein Ende des fossilen Energiezeitalters in Aussicht gestellt. "Dies steht jedoch in scharfem Kontrast zu dem, was die einzelnen Mitgliedsstaaten für die Pariser Klimakonferenz bislang an nationalen Zielen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf den Tisch gelegt haben."