Teil des Trump-Mobs

Olympiasieger war wohl bei Sturm auf Kapitol dabei

Klete Keller
© REUTERS, Jason Reed, /FW1F/Grant McCool

13. Januar 2021 - 8:41 Uhr

Klete Keller: Schwimm-Star bei Randalen offenbar mittendrin

Am Sturm auf das US-Kapitol in Washington am vergangenen Mittwoch war offenbar auch ein Schwimm-Olympiasieger beteiligt. Videoaufnahmen des Angriffs militanter Anhänger des Noch-Präsidenten Donald Trump legen nahe, dass der Amerikaner Klete Keller Teil des wütenden Mobs war.

Keller holte mehrere Olympiamedaillen

Der 38-Jährige gewann 2004 und 2008 in der 4x200-m-Freistilstaffel mit dem Rekordolympiasieger Michael Phelps die Goldmedaille, zudem holte er 2000 und 2004 Bronze über 400 m.

Mehrere US-Medien berichteten, dass Keller auf dem Videomaterial von ehemaligen Teamkollegen erkannt worden sei. Zu sehen ist ein großer Mann, der einen Trainingsanzug des US-Olympiateams (offenbar aus dem Jahr 2018) trägt und sehr große Ähnlichkeit mit dem Schwimmer hat. Ob er an Gewalttätigkeiten beteiligt war, geht aus dem Bildern nicht hervor. Am vergangenen Mittwoch hatten wütende Unterstützer des abgewählten Trump das Kapitol in der US-Hauptstadt gestürmt, fünf Menschen kamen bei den brutalen Krawallen ums Leben.

Keller war nach der Karriere obdachlos

Das Fachmagazin "Swimming World" berichtet, Keller sei ein treuer Anhänger Trumps und habe sich in der Vergangenheit öffentlich zum abgewählten US-Präsidenten bekannt. Seine Kanäle in den sozialen Medien sind allerdings gelöscht worden oder nicht mehr aufrufbar. Das Magazin schreibt weiter, dass Keller nicht verhaftet wurde und nicht auf den Fahndungslisten der Polizei stehe.

Keller fiel nach seiner aktiven Karriere in ein tiefes Loch. 2014 ließ er sich von seiner Frau scheiden und war zehn Monate obdachlos, seine Kinder durfte er vier Jahre lang nicht sehen, wie er in einem Interview verriet.

Mit Hilfe seiner Familie krempelte er sein Leben wieder um, gab Schwimmkurse. Keller arbeitete zuletzt für für die in Colorado und Ohio ansässige Immobilienagentur Hoff and Leigh. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass der Ex-Sportler nicht mehr bei der Firma angestellt sei.

Video: Trump-Mob stürmt das Kapitol in Washington

Viele andere US-Sportler haben entsetzt auf den Sturm von Anhängern Trump auf das Kapitol reagiert und eine offensichtliche Ungleichbehandlung angeprangert. Im Gegensatz zur Absicherung der Regierungsgebäude im Sommer wegen der Demonstrationen unter dem Motto "Black lives Matter" habe er weder die Armee noch die Nationalgarde gesehen, sagte etwa der Trainer der Philadelphia 76ers, Doc Rivers.

RTL.de/ntv/sid