Ärzte dachten, er würde sterben

Mini-Frühchen Frankie (368 Gramm) wiegt heute das 30-fache seines Geburtsgewichts

Frankie Thomspon wog bei seiner Geburt nur 368 Gramm. Heute geht es dem 2-Jährigen sehr gut.
© Michelle Thompson

12. Februar 2020 - 10:28 Uhr

Von Lauren Ramoser

Als der kleine Frankie Thompson im britischen Farnborough 2017 zur Welt kam, wog er gerade einmal so viel wie eine Dose Bier. Mit nur 368 Gramm standen die Überlebenschancen für das Frühchen extrem schlecht. Heute, zwei Jahre später, erzählt uns Mutter Michelle exklusiv, wie es ihrem kleinen Kämpfer geht.

Frankie ist ein echter kleiner Kämpfer

In der 24. Schwangerschaftswoche wurde Frankie geboren – viel zu früh, als dass der kleine Körper selbstständig überleben könnte. Die Ärzte hielten den kleinen Jungen damals für zu klein, um zu überleben und sagten seiner Mutter Michelle, dass sie sich von ihrem ersten Sohn verabschieden müsse.

Doch Frankie hat gekämpft. Erstaunlicherweise kam es zu keinen weiteren Komplikationen und drei Monate später durfte er mit seiner Mutter endlich nach Hause. Heute scheinen die Sorgen um seine dramatische Geburt fast vergessen, erzählt Mutter Michelle im Interview.

"Es geht ihm sehr gut. Er wiegt jetzt elf Kilogramm, das ist das 30-fache seines Geburtsgewichts. Er ist in seiner Entwicklung leicht zurück, aber es ist nichts Besorgniserregendes." Vier Monate zu früh wurde der kleine Frankie geboren. Zeit, die er jetzt erst aufholen muss. Nur eine Kleinigkeit hat er aus der Frühchen-Zeit zurückbehalten. "Er schielt ein bisschen, aber sein Sehsinn ist nicht beeinträchtig. Wenn er etwa vier Jahre alt ist, kann das in einem kosmetischen Eingriff behoben werden", erzählt Michelle Thompson.

Frankie Thompson und seine Mutter Michelle zusammen im Pool
Frankie ist ein kleiner, furchtloser Kämpfer. Erst vor ein paar Tagen ist er zum ersten Mal eine Wasserrutsche heruntergerutscht.
© Michelle Thomspon

Große Anteilnahme gab Mutter Michelle Kraft

Als jüngstes, männliches Frühchen hat Frankie schon kurz nach seiner Geburt für viel Aufsehen in England gesorgt. Damals haben Medien auf der ganzen Welt über das kleine Überlebenswunder berichtet. "Die große Anteilnahme hat mir geholfen, die schwere Zeit nach seiner Geburt durchzustehen", erinnert sich Michelle. "Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen für unsere Geschichte interessieren. Aber noch heute lieben ihn einfach alle. Wenn wir zurück ins Krankenhaus gehen, in dem er geboren wurde, können sie gar nicht glauben, wie gut es ihm jetzt geht."

Und auch wenn die Wochen nach Frankies Geburt sehr schwer waren, will sie die Zeit nicht missen. "Es hat mich so stark gemacht und manchmal erinnere ich mich daran, wie viel Glück wir hatten, dass bei uns alles gut gegangen ist."

„Er ist ein kleiner Angeber“

Noch versteht der 2-Jährige nicht, für wie viel Trubel seine Geburt gesorgt hat und wie besonders er selbst ist. Doch Mama Michelle glaubt, dass er seine eigene Geschichte später toll finden wird. "Wenn ich mir seine Persönlichkeit anschaue, kann ich mir vorstellen, dass er es lieben wird, seinen Freunden in der Schule davon zu erzählen. Er ist ein kleiner Angeber. Ich glaube es liegt daran, weil niemand seinem Charme widerstehen kann und das merkt er natürlich."

Sobald er alt genug ist, alles zu verstehen, will sie ihm die gesammelten Erinnerungen zeigen. "Ich habe alles aufbewahrt: Seinen ersten Schnuller, sein erstes kleines Mützchen und den kleinen Strampler, in dem ich ihn damals aus dem Krankenhaus mit nach Hause gebracht habe."​

Kleiner Unruhestifter macht seine Mama stolz

Jeder neue Entwicklungsschritt ihres kleinen Frankie mache sie stolz, erzählt Michelle. "Vorgestern ist er zum ersten Mal eine Wasserrutsche runtergerutscht und er hatte überhaupt keine Angst. Er ist einfach ein sehr mutiger kleiner Junge."

Aber der kleine, aktive Junge ist auch ein echter Wirbelwind. "Im Moment macht er nichts lieber, als die Schränke auszuräumen. Keine Schüssel und kein Topf sind vor ihm sicher und er wirft dann alles über den Küchenboden", lacht Michelle. Und jede dieser Aktionen des kleinen Unruhestifters ist Mutter Michelle sicherlich viel lieber, als die großen Sorgen nach der Geburt ihres kleinen Frankie.