22. April 2019 - 21:24 Uhr

Rettungskräften gelang es, das Kind zu befreien

Ein 17 Monate altes Kleinkind war im rheinland-pfälzischen Erzenhausen bei Kaiserlautern in ein drei Meter tiefes Loch gefallen. Nach einer dramatischen Rettungsaktion konnte das Kind zum Glück befreit werden. Wie durch ein Wunder blieb es unverletzt.

Der kleine Junge wurde in ein Krankenhaus eingeliefert

Das schreckliche Schachtunglück am Ostermontag ist noch einmal gut gegangen. "Das Kind ist befreit und augenscheinlich unverletzt", sagte ein Sprecher der Polizei in Kaiserslautern gegenüber RTL. Der kleine Junge sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Zuvor berichtete der SWR, dass das Kind mit Hilfe eines Baggers aus dem Loch befreit werden konnte. Offenbar spielte der Junge auf der Terrasse seines Elternhauses, als er in das drei Meter tiefe Loch stürzte.

Der Junge fiel in einem unbeaufsichtigten Moment in den Schacht

Nach ersten Informationen der Polizei hatte der Junge die Abdeckung eines 30 Zentimeter dicken Rohres in einem unbeaufsichtigten Moment geöffnet und war drei Meter in die Tiefe gestürzt. Die Eltern sollen währenddessen im Garten gearbeitet haben.

Gegen 16 Uhr erfolgte der Alarm für Feuerwehr, THW und Rotes Kreuz. Das Technische Hilfswerk rückte mit Rettungs- und Bergegerät zur Einsatzstelle aus, die Polizei sicherte die Rettungsarbeiten ab.

Wie die "Rheinpfalz" berichtete, konnten die Retter das Opfer hören. "Das Kind lebt, es schreit", sagte der Leiter der Feuerwehr Weilerbach, Udo Straßer.

​Auch Angehörige der US-Militärpolizei waren im Einsatz. In der Nähe der Unglücksstelle befindet sich ein Stützpunkt der US-amerikanischen Streitkräfte.

Gegend ist bekannt für graben- oder trichterförmige Vertiefungen

Die Unglücksstelle befindet sich in der Nähe von Kaiserslautern.
Die Unglücksstelle befindet sich in der Nähe von Kaiserslautern.
© RTL, Orlovic, Marko [RTL Interactive GmbH]

Das Sturz-Unglück ereignete sich in Erzenhausen im Landkreis Kaiserslautern. Der Ort gehört zur Verbandsgemeinde Weilerbach und hat laut Website der Gemeinde 800 Einwohner.

Zu den touristischen Besonderheiten des Ortes zählen "bergbauliche Spuren aus dem 18. Jahrhundert" wie Stollen oder sogenannte Pingen, also graben- oder trichterförmige Vertiefungen, die durch Bergbautätigkeiten entstanden sind.

Vorfall erinnert an das Unglück um den kleinen Julen (2)

Erst vor wenigen Monaten ereignete sich ein ähnliches Unglück. Der zweijährige Julen fiel im spanischen Totalán in einen Brunnenschacht. Wie aus dem aktuellen Autopsiebericht hervorgeht, starb der kleine Junge unmittelbar nach dem Sturz an seinen schweren Kopfverletzungen.

Julen war in ein über 100 Meter tiefes, illegal gegrabenes Bohrloch gefallen. Seine Leiche wurde knapp zwei Wochen später in 70 Metern Tiefe gefunden, nachdem Helfer in mühsamer Arbeit einen Parallelschacht gebohrt hatten. Tagelang hatte die gesamte Welt Anteil am Schicksal des kleinen Kindes genommen und mit den verzweifelten Angehörigen auf seine Rettung gehofft.