Als einziger hört er den Kohlenmonoxid-Alarm

Kleiner Junge im Rollstuhl rettet Familie vor Gas-Katastrophe

Michael Martinez
Michael Martinez

12. Februar 2021 - 13:44 Uhr

Michael krabbelt ins Schlafzimmer und weckt seine Mutter

Was für ein fröhlicher, freundlicher Junge! Doch der Siebenjährige aus dem US-Bundesstaat Texas ist noch viel mehr als er schon auf Fotos ausstrahlt – er ist ein Lebensretter! Ein kleiner Held, der seine Familie vor eine Katastrophe bewahrt hat. Als einziger im Haus hörte er das Geräusch des Kohlenmonoxid-Alarm und weckte seine schlafende Mutter. Das klingt unspektakulär, ist aber umso großartiger, weil Michael seine ganze Kraft aufbieten musste, um sich bemerkbar zu machen. Denn der Kleine kann nicht laufen, kann seine Beine nicht bewegen. Michael leidet seit seiner Geburt an Zerebralparese. Das hielt ihn nicht davon ab, zu seiner Mutter zu krabbeln, um sie auf das Geräusch aufmerksam zu machen.

Tante veröffentlicht Spendenaufruf für Elektro-Rollstuhl

Die Geschichte des Kindes aus dem 5.000-Einwohner-Städtchen in der Nähe von Dallas verbreitete sich rasch in US-Medien. Seine Tante Evelyn Vargas hat die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht. Sie schlief mit ihren drei Kindern ebenfalls in dem Haus, als es zu dem Vorfall kam.

Die Kampagne für den kleinen Helden. Foto: www.gofundme.com/f/support-this-hero-for-a-power-wheelchair
Die Kampagne für den kleinen Helden. Foto: www.gofundme.com/f/support-this-hero-for-a-power-wheelchair

Vargas veröffentlichte auf "gofundme.com" einen rührenden Spendenaufruf, damit der Junge endlich einen elektrischen Rollstuhl bekommen kann. Und für künftige Therapien und eventuelle Operationen, denn Michael hat einen großen Traum: er möchte laufen könne, eines Tages.

"Letzte Woche hat mein Neffe Michael Martinez meine Familie gerettet. Wir sind Michael so dankbar", schreibt Evelyn Vargas. "Als unsere Familie schlafen ging, hörte Michael unten ein piependes Geräusch und kroch in das Zimmer seiner Eltern, um ihnen zu sagen, was er hörte."

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Sein Herzenswunsch: Er würde so gern spazieren gehen

Die Eltern nahmen erst an, dass der Rauchmelder frische Batterien benötigt. Doch die misstrauisch gewordene Mutter Angie googelte, was die Pieptöne bedeuten und fand heraus, dass tatsächlich ein Notfall vorlag und die Familie sofort an die frische Luft müsse.

Später stellte sich heraus, dass jemand vergessen hatte, einen Gashahn zuzudrehen. Das führte zu einer hohen Kohlenmonoxid-Konzentration im Haus, die möglicherweise tödliche Folgen für alle gehabt hätte. "Wären Michael und sein Mut nicht gewesen, hätte es für meine ganze Familie ein trauriges Ende nehmen können", schreibt seine Tante weiter.

"Lasst uns Michael ehren und ihm etwas Liebe zeigen“

Mciahel lacht gern und viel. Fotos: gofundme.com
Michael lacht gern und viel. Fotos: gofundme.com

Als die Nachricht von der heldenhaften Tat Michaels an seiner Schule bekannt wurde, waren seine Lehrer so berührt, dass sie sich an die Medien wandten. Viele griffen die Story auf. Und viele Menschen möchten dem Jungen jetzt helfen, damit er schnell einen elektrischen Rollstuhl bekommen kann. Etwas mehr als 4.000 Euro (Stand 12. Februar, 12 Uhr) sind schon zusammengekommen.

Seine Tante schreibt: "Michael wird sich künftigen Operationen und Therapien unterziehen, damit er laufen kann. Das ist sein Herzenswunsch, eines Tages spazieren zu gehen. (…) Lasst uns Michael ehren und ihm etwas Liebe zeigen."

Zerebralparese ist unheilbar. Eine schlechte Muskelkontrolle, Spastik und Lähmungen sind die häufigsten Symptome. Lesen Sie zu diesem Thema auch:

Mit aufwendigen Therapien und Operationen können jedoch die Symptome reduziert werden. Darauf hoffen auch unser kleiner Held und seine Familie.