Klein, aber oho!

Mini-Chamäleon mit Maxi-Penis entdeckt

Forscher entdeckten auf Madagaskar ein winziges Chamäleon.
Forscher entdeckten auf Madagaskar ein winziges Chamäleon.
© dpa, Frank Glaw, wst

29. Januar 2021 - 16:42 Uhr

Chamäleonart ist nur 13,5 Millimeter groß

Internationale Forscher haben auf Madagaskar eine neue Chamäleonart entdeckt. Die winzigen Tiere messen gerade mal 13,5 Millimeter – vor allem die Mini-Männchen haben aber etwas Gewaltiges in petto.

Winzige Tierart mit großem Gemächt

Denn was man bei dem Mini-Chamäleon auf den ersten Blick nicht vermutet, ist sein gewaltiges Gemächt. Das misst ganze 18,5 Prozent der Körperlänge des 13,5 Millimeter großen Tieres.

Das von dem Forscherteam unter der Leitung der Zoologischen Staatssammlung München entdeckte Tier sei das kleinste bekannte Männchen unter fast 11.500 Reptilienarten, erläuterte der Münchner Erstautor der im Fachjournal "Scientific Reports" veröffentlichten Studie, Frank Glaw.

Zugleich weisen die kleineren unter den Chamäleonarten relativ zur Körpergröße tendenziell die größten Genitalien - die sogenannten Hemipenes - auf, wie ein Vergleich mit 51 anderen Chamäleonarten ergab. Das Weibchen sei mit 19 Millimetern Körperlänge größer als das Männchen. Trotz großer Mühe sei es nicht gelungen, weitere Exemplare der neuen Art zu finden.

dpatopbilder - HANDOUT - 28.01.2021, ---, --: Ein winziges, männliches Chamäleon sitzt auf einem Finger (undatierte Aufnahme). Ein internationales Forscherteam hat auf Madagaskar diese neue winzig kleine Chamäleonart entdeckt. Die neue Art trägt den
Die Körperlänge misst 13,5 Millimeter.
© dpa, Frank Glaw, wst

Großes Gemächt für größere Weibchen?

Eine Erklärung für die mit 18,5 Prozent der Körperlänge sehr großen Genitalien des Chamäleon-Männchens könne in dem Größenunterschied zwischen den Geschlechtern liegen, hieß es weiter. Bei den größten Chamäleonarten sind die Männchen meist deutlich größer als die Weibchen, bei den kleinsten Arten ist es genau umgekehrt.

"Demnach bräuchten die extrem miniaturisierten Männchen verhältnismäßig größere Genitalien, um eine erfolgreiche Paarung mit ihren deutlich größeren Weibchen zu ermöglichen", erklärte Miguel Vences von der Technischen Universität Braunschweig. Bei einer ebenfalls sehr kleinen Art machten die Genitalien sogar fast ein Drittel der Körperlänge aus.

Die neue Art wurde bei einer deutsch-madagassischen Expedition im Norden der Insel entdeckt und trägt den Namen Brookesia nana. Die Verbreitungsgebiete der meisten Zwergchamäleons seien sehr klein und umfassten manchmal nur eine Fläche von wenigen Quadratkilometern.


Quelle: DPA/RTL.de