16. Januar 2017 - 10:50 Uhr

Nur jeder 50. Dieb wird ertappt

Bezahlen beim Einkaufen kommt offenbar nicht für jeden in Frage. 2015 lag der Schaden durch Ladendiebstähle in Deutschland bei über zwei Milliarden Euro. Doch nur in den wenigsten Fällen müssen die Diebe Konsequenzen befürchten. Nur jeder 50. Langfinger wird überhaupt ertappt.

"Wir gehen davon aus, dass 98 Prozent – das wären dann etwa 26 Millionen Ladendiebstähle jedes Jahr – überhaupt nicht erkannt werden", sagt Frank Horst vom Forschungsinstitut EHI. Für den Einzelhandel hat das deutlich spürbare Folgen. Die Schadenshöhe macht beispielsweise in Supermärkten rund ein Prozent des Umsatzes aus.

Dieses Produkt verschwindet am häufigsten

Geklaut wird alles, was man sich nur vorstellen kann. Die Klau-Hitliste wird jedoch von einem ganz speziellen Produkt angeführt: Dem Hornhauthobel. Jedes fünfte Gerät, das davon im Laden hängt, verschwindet, ohne dass dafür bezahlt wird. Es sind eben "Sachen, die teuer sind, die gut in der Tasche verschwinden und auch regelmäßig gebraucht werden", die die Diebe bevorzugen, weiß Drogerie-Marktleiterin Bettina Meeh. Ähnlich beliebt sind auch Zahnbürstenaufsätze, Rasierklingen oder Parfum.

Aus Elektronikgeschäften verschwinden gerne mal CDs DVDs und Handyzubehör, in Supermärkten sind es eher die Dinge, des persönlichen Bedarfs, wie Kaffee oder Alkohol. "Wir hatten den Fall, dass Räucherfisch geklaut wurde, ganze Suppenhühner mitgenommen wurden", erzählt Matthias Benz, der für den Konsum Supermarkt arbeitet.

Ladendiebe müssen mit empfindlichen Strafen rechnen

Obwohl so wenige Diebe erwischt werden, ist es fraglich, ob sich das Klauen auf Dauer lohnt. Wer dabei erwischt wird, muss mit hohen Geldstrafen und im Wiederholungsfall sogar mit Gefängnis rechnen. Ob sich das wegen eine Hornhauthobels lohnt?