39-Jähriger fühlte sich gestört

Mann sprüht Reizgas auf Schüler - Zehn verletzte Kinder am Hauptbahnhof in Bielefeld

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9. Dezember 2019 - 17:07 Uhr

Schüler auf dem Weg in eine Jugendherberge

Zehn Schüler aus Köln stehen gemeinsam mit ihrer Lehrerin am Mittwoch gegen Mittag auf Gleis 5 am Bielefelder Hauptbahnhof. Sie sind auf dem Weg in eine Jugendherberge und wollten gerade umsteigen. Plötzlich kommt ein Mann auf sie zu, holt eine Sprühflasche heraus und attackiert die Gruppe mit Reizgas. Die Zwölfjährigen sowie die Lehrerin werden verletzt und müssen ins Krankenhaus. Wie der 39-Jährige die Attacke rechtfertig, macht einfach nur sprachlos.

Der Mann habe sich von der Schülergruppe gestört gefühlt

Kurz nach dem Angriff wird der 39-Jährige von der Bundespolizei festgenommen. "Die Beamten waren sehr schnell vor Ort und konnten den Mann festhalten", sagt Polizeisprecher Carsten Bente zu RTL. Der Festgenommene pustete einen Atemalkoholwert von umgerechnet 1,5 Promille, wie der Polizeisprecher am Donnerstag auf RTL-Anfrage ergänzte.

Warum er das Reizgas auf die Kinder und die Lehrerin versprühte? Er habe sich von der Schülergruppe gestört gefühlt, erklärt der Sprecher. Als er abgeführt wurde, habe er gesagt: "Zudem bin ich Rassist." Gegen den Täter ist ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden.

Zwei Kinder klagten über Atemnot

Wie der Sprecher erklärt, kümmerten sich Rettungskräfte um die Opfer am Gleis und brachten sie anschließend in ein Krankenhaus. Weil zwei Kinder über starke Atembeschwerden klagten, mussten sie zur Weiterbehandlung in eine Kinderklinik gefahren werden. Auch die Lehrerin wurde verletzt, sie blieb jedoch bei den übrigen Schülern.

Im Laufe des Nachmittags verließ die Gruppe aus Köln die Klinik und fuhr mit der Bahn weiter in die Bielefelder Jugendherberge. "Wir bleiben in engem Kontakt mit der Lehrerin, schließlich sind sie alleine in einer fremden Stadt unterwegs", sagt Bente.

dpa/mo