Was über den Täter bekannt ist

Kitzbühel-Killer Andreas E. (25) galt als „ruhiger Mensch“

09. Oktober 2019 - 10:24 Uhr

Haus in Kitzbühel wird zum Tatort eines grausamen Blutbades

Der österreichische Nobel-Skiort Kitzbühel steht unter Schock: Am frühen Sonntagmorgen hat der 25 Jahre alte Andreas E. seine 19-jährige Ex-Verlobte Nadine H., ihren neuen Freund Florian J. (24), ihren Vater (59), ihre Mutter (51) und ihren sechs Jahre älteren Bruder kaltblütig erschossen. Aus Eifersucht, wie die Polizei mitteilt. Direkt nach der Tat hat er sich gestellt und die Morde gestanden.

Morde in Kitzbühel: Andreas E. war nicht vorbestraft, er galt als „ruhig“

Vor vielen Jahren sei Andreas E. in Kontakt mit der Polizei gekommen, es habe sich aber „nur“ um „kleinere Delikte“ gehandelt.
Vor vielen Jahren sei Andreas E. in Kontakt mit der Polizei gekommen, es habe sich aber „nur“ um „kleinere Delikte“ gehandelt.
© Privat

Andreas E. sei weder vorbestraft, noch als aggressiver Typ aufgefallen, teilte Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamtes Tirol, am Sonntag mit. Die Beamten beschreiben ihn als einen "ruhigen Menschen". Er kommt aus dem Raum Kitzbühel, ist bei einer Baufirma beschäftigt und weist keinen Migrationshintergrund auf.

Vor vielen Jahren sei der 25-Jährige in Kontakt mit der Polizei gekommen, es habe sich aber "nur" um "kleinere Delikte" gehandelt. Doch am Sonntagmorgen kam er gegen 6 Uhr in die Polizeiwache, legte eine Schusswaffe sowie ein Messer auf den Tisch und sagte: "Ich habe soeben fünf Personen ermordet."

Vor den Morden: Andres E. sah seine Ex-Verlobte mit ihrem neuen Freund

Andreas E. und Nadine H. hatten sich vor zwei Monaten getrennt.
Andreas E. und Nadine H. hatten sich vor zwei Monaten getrennt.
© Privat

Die Polizei vermutet Eifersucht als Motiv für die grausame Tat. Denn vor zwei Monaten hatte sich seine Verlobte Nadine H. von ihm getrennt. Am Samstagabend hatte er dann die 19-Jährige mit ihrem neuen Freund Florian J., einem Eishockey-Torwart aus Kitzbühel, in einem Restaurant zufällig getroffen. Es sei zu einem kurzen Streit gekommen, der aber friedlich endete, so Pupp. Dennoch wurde die Begegnung wohl zum Auslöser für die Tat.

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„So eine Eskalation war nicht annähernd absehbar“

 5 TOTE KITZBÜHEL - TÄTER GESTEHT  5 DEAD KITZBÜHEL OFFENDER CONFESSES G PUBLICATIONxNOTxINxAUT
E. wusste ganz genau, wo er das Pärchen finden würde, sagte der LKA-Chef.
© imago images/Zeitungsfoto.at, LIEBL Daniel | zeitungsfoto.at via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Gegen 4 Uhr ist er dann laut Polizei zum Elternhaus gegangen, wo er vor der Tür von Nadines Vater abgewiesen wurde. Er habe dem jungen Mann klargemacht, dass er in dem Haus nichts mehr zu suchen habe. Daraufhin fuhr er weg, holte die Pistole seines Bruders vom Kaliber neun Millimeter - die er in einem Tresor aufbewahrte - und fuhr erneut zum Elternhaus zurück. Als der Vater die Türe erneut öffnete, habe er erst ihn erschossen und dann das Haus betreten. Dort habe er den Bruder seiner Ex-Verlobten und danach deren Mutter getötet. Dann sei er über einen Balkon mithilfe eines Baseballschlägers in die abgetrennte Wohnung von Nadine H. eingestiegen, wo er auch die 19-Jährige und ihren neuen Freund tötete.

E. wusste ganz genau, wo er das Pärchen finden würde, sagte der LKA-Chef. Er hatte selbst zuvor mit der Familie mehrere Monate in dem Haus gewohnt. "So eine Eskalation war nicht annähernd absehbar", so Pupp. Außerdem fügte er hinzu, dass der Bruder von E. die Schusswaffe legal besitzt und sie wohl auch ordnungsgemäß aufbewahrt hatte. Er befindet sich zurzeit im Ausland.  

Morde von Kitzbühel: Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären

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„Wir sind alle schockiert und in tiefer Trauer“, sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler.
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Kitzbühel zog als Zeichen der Trauer die schwarze Fahne am Rathaus auf. "Wir sind alle schockiert und in tiefer Trauer", sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler. Die Familie des Opfers, aber auch die Familie des Tatverdächtigen seien im Ort angesehen gewesen. "Das ist noch nie da gewesen, dass eine ganze Familie so tragisch ausgelöscht wurde", sagte Winkler. Auch der Arbeitgeber der 19-Jährigen sei zutiefst erschüttert, meinte Winkler. "Sie war ein besonders fleißiges Mädel, alle sind fassungslos", so der Bürgermeister.

Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären und auch die Frage, welche Rolle ein Messer gespielt hat, das der 25-Jährige nach der Tat bei der Polizei präsentierte.