Der ganze Ort steht nach Fünffach-Mord unter Schock

Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler: "Es ist nur Fassungslosigkeit, rundherum"

Dr. Klaus Winkler ist Bürgermeister von Kitzbühel.
Dr. Klaus Winkler ist Bürgermeister von Kitzbühel.
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09. Oktober 2019 - 10:28 Uhr

Morde von Kitzbühle: Oberbürgermeister Klaus Winkler schilder Entsetzen

Er nahm die Waffe seines Bruders, erschoss fünf Menschen. Eine ganze Familie löscht er damit aus. Nach der Tat meldete sich Andreas E. (25) auf der Polizeiwache in Kitzbühel und gestand fünf Morde. Die Bewohner der Kleinstadt in den Alpen sind schockiert. "Der Arbeitgeber des Vaters war völlig entsetzt", sagte Oberbürgermeister Klaus Winkler.

Kitzbühel-Morde: Ex-Verlobte und Freund hörten die Schüsse nicht

Über das Tatmotiv ist wenig bekannt. Nur, dass Andreas E. der Ex-Verlobte von Nadine H. war, sie ist unter den Opfern. Er soll an der Haustür geklingelt und dann ihren Vater, Rupert H., erschossen haben. Danach habe er ihre Mutter, Andrea, und Bruder, Kevin, ermordet.

Schlussendlich soll er über ein Fenster in die Einliegerwohnung eingestiegen sein, in der sich seine Ex und ihr neuer Freund - Eishockeyspieler Florian J. - befanden. Auch sie erschoss er. Angeblich sollen beide so weit von den Morden am Rest der Familie abgeschirmt gewesen sein, dass sie nichts davon mitbekamen. "Es ist tatsächlich offensichtlich so, dass sie nichts davon mitbekommen haben", berichtet Bürgermeister Klaus Winkler im RTL-Interview.

Morde von Kitzbühel: Toter Eishockeyspieler war erst seit Kurzem in der Stadt

Einen Tag nach der Tat müsse man nun die Angehörigen und Bekannten der Familien betreuen, so Winkler. "Die Arbeitgeber haben es nicht verstanden. Sie waren eine ordentliche, fleißige Familie", sagte er.

"Der Vater hat in einem Gebäudeservice-Unternehmen in Kitzbühel gearbeitet, die Mutter war Hausfrau, das Mädel hat bei einer großen Baufirma in Kitzbühel gearbeitet und ihr Bruder in einer Landmaschinenfirma in der Nachbargemeinde." Auch im Eishockey-Team des verstorbenen Spielers Florian J. sei man schockiert. "Die große Tragik war, das war ein sehr beliebter Spieler, der erst vor Kurzem ins Team gekommen ist", erzählte der Bürgermeister. "Es ist nur Fassungslosigkeit, rundherum." Was das LKA zu dem Fall sagt, sehen Sie im Video oben.

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Familie des Täters "trifft das mit voller Härte"

Trotz allem müsse man aber auch die Familie des Täters unterstützen, so Winkler. Sie sei sehr angesehen in Kitzbühel. Niemand hätte ahnen können, dass E. plötzlich derart die Sicherungen durchbrennen. "Der Täter war ein unauffälliger, ruhiger, eher zurückgezogener Bursche, der auch fleißig war. Da gibt es überhaupt keine Vorfälle. Die Eltern sind auch eine angesehene Kitzbüheler Familie, die auch in Kitzbüheler Vereinen, in der Wasserrettung, ehrenamtlich engagiert sind. Die trifft das natürlich mit voller Härte", so Winkler. Im Ort herrsche aber Einigkeit darüber, dass man die Familie nicht verurteilen könne, sondern diese unterstützen müsse.