Spahn und Giffey: Kitas sind gut aufgestellt

Kitas in der Corona-Pandemie: "Kitas sind keine Infektionsherde"

16. Oktober 2020 - 15:25 Uhr

Corona-Kita-Studie: Nur wenige Kitas mussten wegen Virus-Infektionen schließen

In einigen Bundesländern gehen die Ferien langsam zu Ende und die Vorbereitungen für einen coronakonformen Unterricht im Winter laufen auf Hochtouren. Aber wie sehen die Maßnahmen in den Kitas aus? Dort könnte die Situation wieder heikel werden, sollte es zu vermehrten Schließungen, Home-Office oder sogar einem Lockdown kommen.

Doch Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beruhigen die Eltern.

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"Kitas sind keine Infektionsherde, Kinder sind keine Infektionstreiber"

 Jens Spahn, Bundesminister fuer Gesundheit, und Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin, sprechen in der Bundespressekonferenz zum Thema: Kitas in der Corona-Pandemie. Berlin, 16.10.2020 Berlin Deutschland *** Jens Spahn, Federal Minister of Heal
Jens Spahn, Bundesminister fuer Gesundheit, und Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin, sprechen in der Bundespress
© imago images/photothek, Thomas Trutschel/photothek.de via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Kitas in Deutschland sind keine Corona-Hotspots. Im Gegenteil: Die Ansteckungsgefahr ist in den Betreuungseinrichtungen nicht besonders hoch. Das zeigen jetzt Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Corona-Situation in Kitas. Darin wird seit Mai anhand von Gesundheitsdaten und Befragungen von Einrichtungen untersucht, was die Pandemie für Kitas und die Tagespflege, Kinder und Eltern bedeutet. Die Bilanz: "Kitas sind keine Infektionsherde, Kinder im Kita-Alter sind keine Infektionstreiber", betont Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

Eine vorbeugende und flächendeckende Schließung von Kitas sei deshalb nicht geplant. Der Regelbetrieb müsse aufrechterhalten bleiben, denn die Corona-Kita-Studie zeige: In etwa einem Viertel der Betreuungseinrichtungen gab es in den vergangenen Wochen einen Verdachtsfall, allerdings haben sich bislang nur sehr wenige als tatsächliche Infektionsfälle erwiesen.

Abstands- und Hygieneregeln in Kitas und Horden würden trotzdem sehr genau genommen, sagt Giffey und setzt sich auch für den Austausch unter den Kitas mit praktischen Hygienetipps ein. "Wir haben zum Beispiel ein Fall, wo ein Stempel auf die Hand gedrückt wird und wenn dieser Stempel am Abend fast nicht mehr zu sehen ist, dann haben die Kinder also ausreichend gut die Hände gewaschen."

Spahn: "Wir sind diesem Virus nicht schutzlos ausgeliefert"

Optimistisch zeigt sich da auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. In deutschen Kitas laufe "es sehr gut". Es gebe Instrumente die Pandemie zu bekämpfen. Deutschland sei dem Coronavirus nicht machtlos ausgeliefert. Vor allem seien Kinderbetreuungseinrichtungen nicht das Problem, wenn es um die Ausbreitung des Virus gehe.

"Wir sehen nicht, dass Kinder das Virus in die Familien tragen – das war ja am Anfang die Vermutung. Wenn es Ausbrüche in Kitas sind, sind es in aller Regel die Erwachsenen, die das Virus mit rein und auch wieder rausbringen".

Um die Virusausbreitung einzudämmen, sollten jetzt deshalb vor allem Alkoholkonsum von Erwachsenen und Feiern eingeschränkt werden, sagt Spahn. Schulen und Kitas dürften "erst als aller, allerletzte Maßnahmen" geschlossen werden.

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