Erzieherin soll Greta (3) getötet haben

Ermittler: Vorfall in Viersener Kita kein Einzelfall - auch andere Kinder betroffen

29. Mai 2020 - 13:47 Uhr

Sandra M. soll die dreijährige Greta getötet haben

Es ist ein Fall, der viele Menschen in Deutschland tief erschüttert hat. Die 25-jährige Erzieherin Sandra M. soll im April in der Kita "Steinkreis" im nordrhein-westfälischen Viersen die dreijährige Greta so schwer verletzt haben, dass sie wenige Tage später im Krankenhaus verstarb. Seit dem 20. Mai sitzt die Frau in Untersuchungshaft. Jetzt kommt raus: In früheren Kitas der 25-Jährigen sollen sich ähnliche Vorfälle ereignet haben.

Ermittler stießen auf ähnliche Vorfälle

Bei den Ermittlungen gegen Sandra M. (25) sind die Behörden auf weitere Vorfälle in früheren Kindergärten der Verdächtigen bis ins Jahr 2017 gestoßen. Das sagte der Leiter der Mordkommission, Guido Roßkamp, am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Mönchengladbach.

So beschrieb Roßkamp einen Fall von 2019, in dem ein Junge mit dem Notarzt ins Krankenhaus gekommen war. Das Kind gab später an, M. habe ihre Hand fest auf seinen Bauch gedrückt. Ein erster Fall ereignete sich demnach bereits 2017 in Krefeld. Dort wurde in den ersten Tagen zur Kenntnis genommen, dass die 25-Jährige wenig geeignet für den Job war. So schaffte sie es etwa nicht, eine empathische Beziehung zu den Kindern aufzubauen, so die Ermittler.

Wie die Polizei zu einem früheren Zeitpunkt gesagt hatte, gab es bislang nie Ermittlungen gegen M. wegen Übergriffen. Allerdings wegen Vortäuschens einer Straftat.

Sandra M. (25) soll Greta (†3) am vorletzten Arbeitstag getötet haben

Gegen die unter Mordverdacht stehende Frau hatte es nach Angaben der Stadt vorher in Viersen keine Beschwerden gegeben. Die Frau hatte demnach von sich aus am 15. April gekündigt. Das Kind sei dann am vorletzten Arbeitstag der 25-Jährigen mit einem Atemstillstand ins Krankenhaus gebracht worden, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Der 22. April sei der letzte Arbeitstag gewesen, bevor die Frau Resturlaub nehmen und am 1. Mai eine neue Arbeitsstelle antreten wollte. Die 25-Jährige hatte erst am 1. Januar 2020 in der Kita «Steinkreis» angefangen.

Am 21. April ist Greta nach Atemstillstand, Reanimation und weiterer notärztlicher Versorgung vom Rettungsdienst aus der Kita ins Krankenhaus gebracht worden. Die Erzieherin habe laut "der ersten Sachverhaltsschilderung" bei einer routinemäßigen Atemkontrolle während des Mittagsschlafs festgestellt, dass das Kind nicht mehr atme, erklärte die Stadt Viersen am Donnerstag. Daraufhin seien Rettungsdienst und Notarzt alarmiert worden. Es sei der vorletzte Arbeitstag der Erzieherin gewesen, heißt es. M. habe am 15. April gekündigt.

Nachdem deutlich geworden sei, dass das Kind schwerste Schäden erlitten hatte, habe das Jugendamt der Stadt am 27. April ein rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben. Weil die Rechtsmediziner eine Gewalteinwirkung nicht ausschließen konnten, schaltete das Krankenhaus die Polizei ein, die bereits mit ihren Ermittlungen begann. Das Kind starb am 4. Mai. Die Erzieherin wurde am 19. Mai festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft.