Familienministerin stellt Pläne vor

Kita-Start zu Corona-Bedingungen: "Erneute flächendeckende Schließung unbedingt vermeiden"

10. August 2020 - 15:46 Uhr

So soll es in den Kitas klappen

Wer Kinder hat, der weiß: Eine Schnupfnase hat ein Kita-Kind eigentlich immer. Aber in Zeiten von Corona wird einer triefenden Nase natürlich besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Aber wie geht es weiter mit dem Kita-Jahr? Wie sollen Hygiene-Maßnahmen und Abstandsregeln in den Kitas funktionieren? Dazu hat Familienministerin Franziska Giffey in einer Pressekonferenz Details bekannt gegeben.

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"Wenn die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist, dann funktioniert das Gesamtsystem nicht"

"Dieses Kitajahr ist ein ganz Besonderes", sagte Familienministerin Franziska Giffey gleich zu Beginn der Pressekonferenz. "Die vergangenen Monate haben gezeigt: Wenn die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist, dann funktioniert das Gesamtsystem nicht".

Giffey betonte, dass sich sowohl Eltern als aber auch Erzieher auf die Sicherheit und Gesundheitsschutz und auch die Sicherstellung der Betreuung verlassen können müssen: "WIr haben ein großes Ziel: Dass erneute flächendeckende Schließung von Kitas und Kindertagespflege unbedingt verhindert werden soll," so Giffey.

Um Corona-Ausbrüche in Kitas schnell zu erkennen und einzudämmen, will Giffey:

  • dass sich alle Mitarbeiter auch ohne Symptome kostenlos testen lassen können.
  • Kontakte zwischen Erwachsenen in den Kitas sollten auf ein Mindestmaß beschränkt werden.
  • Die Einrichtungen sollten außerdem darauf achten, dass es feste Gruppen mit wenig Personalwechseln gebe.
  • Kinder mit Fieber sollten gar nicht in die Kita kommen, sondern zuhause bleiben. Es gebe noch zu wenig Wissen, inwieweit das Setting Kita die Verbreitung des Virus begünstigt oder nicht.

Giffey kündigt "Corona-Kita-Rat" an

Giffey kündigte zudem die Einberufung eines "Corona-Kita-Rates" für den 31. August an. Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Gewerkschaften, Eltern und Kindertagespflege sollen sich in dem Gremium einmal im Monat über Erfahrungen und Konzepte in den Kitas austauschen.

An diesem Dienstag soll zudem ein bundesweites "Kita-Register" online gehen. Kitas und Tagesmütter sollen auf der Internetplattform regelmäßig unter anderem Informationen zum Infektionsgeschehen und den Kapazitäten in ihrer Einrichtung eintragen können. "Wir hoffen auf eine hohe Beteiligung, die uns einen guten Überblick über die bundesweite Situation in der Kindertagesbetreuung verschafft", sagte der Direktor des Deutschen Jugendinstituts, Thomas Rauschenbach.

Mit dem Kita-Register soll die seit der stufenweisen Wiederöffnung der Kitas laufende "Corona-Kita-Studie" unterstützt werden. Diese wird vom Familien- und Gesundheitsministerium finanziert und vom Deutschen Jugendinstitut umgesetzt. Die Studie erforscht die Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen.

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