Sandra M. (25) soll Kita-Kind getötet haben

NRW-Landtag befasst sich mit dem Tod von Greta (†3)

Mordverdacht in Kita
© dpa, Federico Gambarini, fg wst

02. Juni 2020 - 21:06 Uhr

Kinderhilfe fordert Sicherheitsüberprüfungen

Der grausame Tod der dreijährigen Greta im nordrhein-westfälischen Viersen hat viele Menschen schockiert. Nun will sich die Politik mit dem Fall befassen. Der Familienausschuss des NRW-Landtags tritt am Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammen. Die Landesregierung will einen mündlichen Bericht abliefern. Konsequenzen hatte aber auch die Deutsche Kinderhilfe gefordert.

Deutschen Kinderhilfe fordert bessere Kontrolle

Die Deutsche Kinderhilfe forderte am Dienstag eine Sicherheitsprüfung in den Einrichtungen in NRW. Dabei sollen externe Experten in Kitas und Tagespflegestellen regelmäßig analysieren, was Straftaten, Unfälle oder auch Krankheiten begünstigen könnte, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker. Um Kinder besser zu schützen, "brauchen wir mehr Verbindlichkeit und eine höhere Kontrolldichte, um die Wahrscheinlichkeit einer Aufdeckung von Schwachstellen im System zu erhöhen".

Überprüft werden sollte demnach die Qualifikation des Personals, aber auch die Ausstattung von Räumen. Denkbar sei der Einsatz von Webcams dort, wo Erzieher allein mit Kindern seien. Die Aufzeichnung könne dann versiegelt 24 Stunden aufbewahrt werden. "Und so lange keine Anzeige erstattet wird, so lange kein Zwischenfall bekannt geworden ist, wird die dann wieder überspielt", sagte Becker.

Erzieherin Sandra M. in Untersuchungshaft

Nach dem Tod der dreijährigen Greta wird gegen Erzieherin Sandra M. wegen Mordverdachts ermittelt. Das Kita-Kind war am 21. April von einem Notarzt wegen Atemstillstands aus dem Kindergarten ins Krankenhaus gebracht worden. Am 4. Mai starb das Mädchen dort. Rechtsmediziner fanden Spuren, die auf Gewalteinwirkung hindeuteten. Bei den Ermittlungen waren die Behörden auf Vorkommnisse in anderen Einrichtungen gestoßen, in denen die Frau vorher gearbeitet hatte.