Kita-Eltern sehen private Betreuungsgruppen kritisch

04. Mai 2020 - 11:01 Uhr

Viele Eltern sehen einer Umfrage zufolge in privaten Betreuungsgruppen keine gute Alternative zur Kita-Betreuung. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Online-Befragung der Landeselternvertretung der niedersächsischen Kindertagesstätten, bei der 46.749 Antworten berücksichtigt wurden. Demnach kann sich eine Mehrheit der Teilnehmer (51 Prozent) eine private Betreuungsgruppe aktuell nicht für die eigene Familie vorstellen, etwa jeder Dritte (35 Prozent) sähe darin hingegen eine Hilfe. Für eine Öffnung der Kitas vor den Sommerferien sprachen sich 73 Prozent aus, während 22 Prozent dies ablehnten.

Bisher bieten die Kitas in Niedersachsen wegen der Corona-Pandemie nur eine Notbetreuung an. Obwohl 42 Prozent der Teilnehmer angaben, dass mindestens ein Elternteil einen systemrelevanten Beruf hat, nutzen allerdings nur knapp 11 Prozent die Notbetreuung.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat zuletzt spürbare Entlastungen für Eltern und Kita-Kinder gefordert. Er hoffe sehr, dass von den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch ein Signal ausgehe, sagte der SPD-Politiker am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Die Perspektive müssen Entlastung für Eltern und soziale Kontakte für Kinder sein", sagte Tonne. "Da muss definitiv etwas passieren."

Über Nachbarschaftsinitiativen zur gemeinschaftlichen Betreuung von Kindern sagte er: "Diese Idee finde ich sehr gut." Von Mittwoch an sollen daher bis zu fünf Kinder inklusive der eigenen zusammen betreut werden können. Allerdings müssten immer dieselben Kinder zusammenkommen, um den Infektionsschutz zu wahren, betonte Tonne.

Die Landeselternvertretung, die die Befragung initiiert hatte, vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der Eltern von etwa 200.000 Kindern, die in Niedersachsen eine Krippe, eine Kita oder einen Hort besuchen oder in der Tagespflege untergebracht sind.

Quelle: DPA