Kirchen stellen sich auf Einnahmerückgänge ein

Die Kirchen in Niedersachsen rechnen mit einem deutlichen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild
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30. April 2020 - 12:08 Uhr

Die Kirchen in Niedersachsen rechnen wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie mit einem deutlichen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Das Bistum Osnabrück veröffentlichte am Donnerstag ein Schreiben von Generalvikar Theo Paul an die 208 Kirchengemeinden, in dem er merkliche Einschnitte schon in diesem Jahr ankündigte. Die Höhe ließe sich aber noch nicht abschätzen. Zuweisungen an die Kirchengemeinden sollen in diesem Jahr noch nicht gekürzt werden, im nächsten Jahr müsse aber damit gerechnet werden. Neue Bauvorhaben sollen aber zurückgestellt werden.

"Wir rechnen mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen und natürlich treffen wir entsprechend Vorsorge", sagte der Sprecher des Bistums Hildesheim, Volker Bauerfeld. "Wir werden mit Sicherheit einen Rückgang haben, wir werden das merken." Der Umfang der Steuereinbrüche werde vom weiteren Verlauf der Corona-Krise abhängen.

Auch die hannoversche Landeskirche geht von einem Minus bei den Kirchensteuereinnahmen aus. "Wir können noch keine Zahlen nennen", sagte Kirchensprecher Benjamin Simon-Hinkelmann. "Aber das wird Auswirkungen auf die Haushaltsplanung der nächsten Jahre haben." Zwar würden noch keine Investitionen zurückgestellt, größere Ausgaben würden aber kritisch geprüft.

In den vergangenen Jahren hatten die Kirchen über die Kirchensteuer von der guten Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage profitiert. Mittelfristig stellen die Kirchen sich aber auf sinkende Einnahmen ein, auch weil die Mitgliederzahlen rückläufig sind.

Quelle: DPA