Kirchen fordern Verbot der organisierten Sterbehilfe

Die Kirchen wollen die organisierte Sterbehilfe abschaffen lassen.
© dpa, Friso Gentsch

02. Juli 2015 - 11:07 Uhr

"Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird"

Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland haben sich für ein Verbot der organisierten Sterbehilfe ausgesprochen. "Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe in unserem Land zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird", heißt es in einer Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

An diesem Donnerstag berät der Bundestag erstmals über mehrere Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe. Ein Verbot für die Beihilfe zur Selbsttötung müsse für Vereine und Einzelpersonen gelten, aber auch für Ärzte, die den assistierten Suizid "als Behandlungsoption am Ende des Lebens in geschäftsmäßiger Form anbieten", fordern Marx und Bedford-Strohm. "Ohne ein klares gesetzliches Zeichen gegen geschäftsmäßig angebotene Beihilfe zum Suizid befürchten wir eine zunehmende Aufweichung des Tötungstabus in unserer Gesellschaft."

Wichtig sei vielmehr der konsequente Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung für schwerstkranke Menschen. "Die Gesellschaft und insbesondere die Politiker unseres Landes sind aufgerufen, jedes Leben in seiner ganzen Gebrechlichkeit und Verletzlichkeit zu schützen und die Rahmenbedingungen für eine angemessene menschliche und medizinische Fürsorge am Lebensende zu schaffen", heißt es in der Erklärung der Kirchen.