Kindheit war "verstörend": Charlotte Roche hat mit ihren Eltern abgeschlossen

Die "Feuchtgebiete"-Autorin Charlotte Roche hat bereits vor einigen Jahren einen Schlussstrich unter die Eltern-Kind-Beziehung gezogen.
Charlotte Roche: "Meine Eltern waren in meiner Kindheit nicht gut für mich."
picture alliance / ZB, Karlheinz Schindler

Für Charlotte Roche war der Schlussstrich notwendig

Die "Feuchtgebiete"-Autorin Charlotte Roche hat bereits vor einigen Jahren einen Schlussstrich unter die Eltern-Kind-Beziehung gezogen. Kein leichter Schritt, aber notwendig, um sich als "vielmaliges Scheidungskind" selbst zu schützen. Im Interview mit Gala spricht die 40-Jährige über ihre Kindheit und die Entscheidung zur Trennung von ihren Eltern.

"Das ist wirklich verstörend für mich gewesen"

Sich von den noch lebenden Eltern zu trennen, sei schwer gewesen, gibt Charlotte Roche zu. Doch nach jahrelanger Therapie stand für sie fest, dass es besser sei, ohne sie zu leben. "Meine Eltern waren in meiner Kindheit nicht gut für mich. (…) Bis ich 15 war, bin ich 14-mal umgezogen. Und das lag nur am Lebensstil meiner Eltern. 68er-Generation, Selbstverwirklichung... ", erklärt sie ihre einschneidende Entscheidung. "Ich bin sehr gegen Selbstverwirklichung in der Zeit, in der man Kinder hat. Man kann das gern davor oder danach machen. Aber in der Zeit, in der man Kinder hat, kann man sich mal kurz am Riemen reißen und nicht jedes Jahr einen neuen Stiefvater anschleppen. Das ist wirklich verstörend für mich gewesen."

Charlotte Roche hat die Entscheidung nicht bereut

"Die ersten Jahre waren schwer: die ganzen Feiertage, Geburtstage, Weihnachten... Vorher hat man so eine große Familie gehabt, plötzlich nur noch die eigene kleine." Heute gehe es ihr gut mit der Entscheidung: "Jetzt ist der Schmerz weg, das Vermissen ist weg, und ich bin tatsächlich frei."

Charlotte Roche ist seit elf Jahren verheiratet. Ihr Mann, der TV-Produzenten Martin Keß, brachte einen Sohn mit in die Ehe, sie eine Tochter. Die Familie lebt in der Nähe von Köln.