Kindesmissbrauchsprozess Staufen bei Freiburg: Angeklagter Spanier legt Geständnis ab

Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Mann wird in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.
Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Mann wird in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.
© dpa, Patrick Seeger, pse fdt

26. Juli 2018 - 12:58 Uhr

33-jähriger Spanier gesteht Kindesmissbrauch

Geständnis im Staufener Missbrauchsfall! Im vorerst letzten Prozess hat der 33-jährige Angeklagte aus Spanien ein Geständnis abgelegt: Er habe schwere Straftaten begangen und dem heute zehn Jahre alten Jungen großes Leid zugefügt, sagte der aus der Nähe von Barcelona stammende Mann zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Freiburg am Donnerstag.

Sexuelles Interesse an Kindern

Er gab zu, das Kind mehrfach vergewaltigt und hierfür Geld bezahlt zu haben. Als Grund nannte er sein sexuelles Interesse an Kindern. Sein Wunsch sei es, eine Therapie machen zu können. Ein Urteil soll es Anfang August geben.

Der Mann, der laut Gericht seinen Beruf mit Manager angibt, reiste der Anklage zufolge von Anfang September 2016 bis August 2017 mehrmals von Barcelona aus per Flugzeug und Mietwagen ins südliche Baden-Württemberg, um sich an dem Jungen zu vergehen. Der Mutter und dem Lebensgefährten soll er hierfür mehr als 10.000 Euro bezahlt haben. Im Oktober 2017 war er von der spanischen Polizei festgenommen und im Dezember 2017 an Deutschland ausgeliefert worden. Dort sitzt er seither in Untersuchungshaft.

Mutter und Lebensgefährte vor Gericht

Die Mutter (48) des Jungen und ihr wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte (39) haben gestanden, den damals in Staufen lebenden Jungen mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben.

In dem Fall gab es insgesamt acht Festnahmen und Anklagen. Fünf Männer standen bislang jeweils einzeln vor Gericht und wurden verurteilt. Der Spanier ist einer der Männer, die sich wegen der Vergewaltigungen vor Gericht verantworten müssen. Die Mutter des Jungen und deren Lebensgefährte stehen in Freiburg gemeinsam vor Gericht.

Quelle: DPA/RTL.de