Jungs im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren

Münster: Zwei weitere Opfer anhand von Kinderporno-Videos identifiziert

Kindermissbrauch in Münster Gesellschaft: Verbrechen, Prozesse. Ein Polizist steht am Eingang der Kleingartenanlage in M
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09. Juni 2020 - 16:25 Uhr

RTL-Reporter: "Großer Erfolg für die Polizei"

Im Missbrauchsfall Münster hat die Polizei nach RTL-Informationen zwei* weitere Opfer des Pädophilen-Rings identifiziert. Dabei handelt es sich um Jungen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren, die aus verschiedenen Städten aus dem gesamten Bundesgebiet stammen. In einem Fall ging der Vater eines Jungen zur Polizei und äußerte den Verdacht, dass sein Sohn missbraucht worden sein könnte. Die Täter sitzen bereits in U-Haft. RTL-Reporter Ulrich Klose: "Es ist ein großer Erfolg für die Polizei, dass sie innerhalb kürzester Zeit aus dem riesigen Datenmengen weitere Kinder identifizieren konnte. Die Auswertung des Materials ist ein sehr belastender Job für die Beamten, deren Ziel es ist, Kinder zu identifizieren und oft zu retten."

Im Video: Das sagt ein Nachbar über den Hauptverdächtigen

Bereits am Wochenende waren Kinder identifiziert worden

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Polizei bundesweit elf Verdächtige festgenommen hat. Darunter der Hauptverdächtige Adrian V. und seine Mutter, die bis zu ihrer Festnahme in einem Kindergarten als Erzieherin gearbeitet hatte. Da waren bereits drei Kinder im Alter von fünf, zehn und zwölf Jahren als Opfer identifiziert worden. Die Leiter der Ermittlungen bezeichneten die bisherigen Ergebnisse wegen der riesigen, sichergestellten Datenmenge als Spitze des Eisbergs.

In der Gartenlaube der Mutter von Adrian V. sollen vier Männer stundenlang wechselweise einen fünf- und einen zehnjährigen Jungen vergewaltigt und die Taten teilweise gefilmt haben. Der 27-jährige Hauptverdächtige soll Männern den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin überlassen haben. Das zweite Opfer war den Angaben zufolge der Sohn eines 30 Jahre alten Beschuldigten aus Staufenberg (Hessen). Die Kinder sollen vor den Taten betäubt worden sein. Bilder und Videos der Taten bot der Hauptverdächtige im Darknet an.

Die Ermittler hätten "unfassbare" Bilder sehen müssen, sagte der Leiter der Ermittlungen, Joachim Poll. Münsters Polizeipräsident Rainer Furth sagte: "Selbst die erfahrensten Kriminalbeamten sind an die Grenzen des menschlich Erträglichen gestoßen und weit darüber hinaus."

*Korrektur: In einer ersten Version dieses Artikels hatten wir über drei weitere identifizierte Opfer berichtet. Nach aktuellen Informationen unserer Redaktion sind zwei weitere Opfer identifiziert.