Kinderrechtsaktivistin Malala berichtet in Buch über Anschlagsfolgen

02. Dezember 2013 - 12:27 Uhr

Malala: Ich will in die Politik

"Ich bin Malala – Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft", heißt das erste Buch der pakistanischen Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai. In ihrem Buch veröffentlicht sie ihre schreckliche Geschichte der Anschlagsfolgen der Taliban sowie den Kampf um die Schule in Pakistan.

Malala veröffentlicht ihr erstes Buch
In ihrem Buch beschreibt die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai die Folgen des Anschlags von radikalislamischen Taliban auf sie.
© dpa, Facundo Arrizabalaga

Die 2012 von Taliban angeschossene Pakistanerin hat in einem Interview der BBC zu einem Dialog mit der radikalislamistischen Gruppe aufgerufen. In einem ersten ausführlichen Gespräch seit dem Anschlag erklärte die Schülerin, dass ein Austausch mit den Taliban notwendig sei, um Frieden zu sichern. "Der beste Weg, um Probleme zu lösen und gegen den Krieg zu kämpfen, ist miteinander in Dialog zu treten", sagte die 16-Jährige. Malala sprach außerdem den Wunsch aus, sobald wie möglich in ihr Heimatland zurückzukehren und dort politisch aktiv zu werden. Das Mädchen sagte der BBC: "Ich will eine bessere Zukunft für Pakistan und ich will, dass Bildung dort verpflichtend eingeführt wird."

Malala als jüngste Nobelpreisträgerin?

Die Schülerin war im Oktober 2012 auf dem Schulweg von Taliban überfallen und durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden. Sie überlebte und zog anschließend mit ihrer Familie nach Großbritannien. Malala hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für das Recht der Mädchen auf Schulbildung eingesetzt. Im Westen ist die junge Nominierte für den Friedensnobelpreis, der an diesem Freitag vergeben wird, zur Ikone geworden. Malala wäre dann mit Abstand die jüngste Preisträgerin. Doch der Nobelpreis könnte das Leben des Mädchens weiter gefährden, mutmaßen Kritiker der Nominierung.

Auch Friedensforscher Tilman Brück vom Institut Sipri in Stockholm sieht in Malala zwar eine würdige Preisträgerin, jedoch hält er die Wahl des Mädchens ethisch für umstritten. "Einem Kind einen Preis für Erwachsene zu verleihen, fände ich befremdlich", sagt Brück dem Nachrichtensender n-tv. "Vor allem, wenn man bedenkt, was damit für ein Medienzirkus verbunden ist."

Fakt ist, dass Malala nach der Bekanntgabe am 11. Oktober alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen und bei ihren Gegnern präsenter denn je sein wird. Die 'Sunday Times' berichtete außerdem, dass die 16-Jährige eine Einladung der Queen in den Buckingham Palace erhalten habe. Elizabeth II. werde sie am 18. Oktober empfangen.