Kinderpornoprozess: 48-Jähriger gesteht

13. Februar 2016 - 10:58 Uhr

Ein 48 Jahre alter Mann aus dem hessischen Dreieich hat vor Gericht gestanden, massenweise Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Der wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafte Mann steht vor dem Darmstädter Landgericht.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden hat er rund 400.000 Bilder, 5.000 Filme und 38.000 Textdateien über ein spezielles Tauschprogramm heruntergeladen. Er habe die Bilder genutzt, "um weitere reelle Übergriffe auf Kinder" zu verhindern, sagte der 48- Jährige vor Gericht. Er habe "schon immer Bezug zu Kindern" gehabt.

Das Verfahren ist der zweite große Kinderpornoprozess vor dem Landgericht Darmstadt innerhalb weniger Monate. Im ersten Verfahren waren neun Männer angeklagt, rund 100.000 Dateien mit kinderpornografischem Material heruntergeladen und getauscht zu haben. Dazu hatten sie Internettreffpunkte eingerichtet. Der Prozess galt wegen der immensen Datenmenge als einer der bundesweit größten.

Der 48 Jahre alte Industriekaufmann aus Dreieich soll ein spezielles Tauschprogramm im Internet genutzt haben. Dieses Programm habe weltweit über eingegebene Suchbegriffe nach Material gesucht, erläuterte ein Polizeibeamter am Montag. Damit habe der Nutzer Zugriff auf alle Rechner, die dieses Programm ebenfalls anwenden. So sei der Angeklagte an die immensen Dateimengen gekommen, erklärte der Beamte. "Das waren Massen, mehr als das Übliche, das man so kennt", beschrieb der Polizist die Dateien.