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Kinderporno-Skandal: 5 Jahre Haft für Ex-Kitaleiter aus Heilbronn

Kinderporno-Skandal: 5 Jahre Haft für Ex-Kitaleiter aus Heilbronn

Staatsanwaltschaft forderte 5,5 Jahre Haft

Das Urteil im Prozess um Kindesmissbrauch in Heilbronn ist gefallen: Kevin F. muss wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Schuljungen und des Besitzes von Kinderpornografie fünf Jahre hinter Gitter. Der Ex-Kitaleiter hatte seine abscheulichen Taten zuvor gestanden.

Kevin F. sitzt seit März in Untersuchungshaft

Zu fünf Jahren Gefängnisstrafe hat das Heilbronner Landgericht den 31-jährigen Erzieher am Freitag verurteilt. Der frühere Leiter eines evangelischen Kindergartens soll sich von 2012 bis 2018 mindestens 17 Mal an einem Jungen im Grundschulalter sexuell vergangen und die Taten gefilmt haben. Außerdem fanden die Ermittler rund 10.000 Bilder und 900 Videos mit pädophilem Inhalt auf seiner Festplatte.

Im Prozess hat Kevin F. alle Vorwürfe der Anklage eingeräumt und zugesagt, dem missbrauchten Jungen ein Schmerzensgeld von 20.000 Euro zu zahlen. Hinter Gittern will der Kinderbetreuer eine Sexualtherapie machen, erklärte sein Verteidiger Thomas Amann. Zudem wolle er nie mehr wieder mit Kindern arbeiten, sondern sich nach der Haft „ganz neu orientieren“.

Sein Verteidiger hatte zunächst für eine vierjährige Haftstrafe plädiert. Die Familie des missbrauchten Jungen forderte als Nebenklägerin sechseinhalb Jahre und ein Berufsverbot.

Kevin F. missbrauchte den Jungen in seiner Wohnung

Der frühere Kitaleiter hatte den Jungen in seinem Kindergarten kennengelernt. Vor Gericht gab er zu, eine intime Beziehung mit dem Kind aufgebaut zu haben. Oralsex und Aufnahmen von Genitalien standen demnach im Mittelpunkt. Die Missbräuche fanden in der Wohnung des Mannes statt, in der der Junge auch übernachten durfte.

Zudem gab es Genitalbilder von zwei anderen Jungen, die im Rahmen einer Kinderfreizeit von Kevin F. aufgenommen wurden. Offenbar schoss er die Fotos zu einem Zeitpunkt, als die Jungen schliefen.

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Für viel Kritik hatten Versäumnisse auf mehreren Seiten gesorgt

Kevin F. arbeitete noch Monate unbehelligt als Erzieher, obwohl die Ermittlungen gegen ihn bereits liefen. Denn: Die Polizei hatte seinen Beruf zunächst außer Acht gelassen. Aber nicht nur die Polizei, auch die evangelische Kirche, die als Träger des betroffenen Kindergartens zugleich Arbeitgeber von Kevin F. war, sah sich nach Bekanntwerden des Kinderporno-Skandals mit heftiger Kritik konfrontiert.

Besonders der Kirchenpfleger der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Heilbronn hätte reagieren müssen. Er wusste von den Kinderporno-Ermittlungen gegen Kevin F. bereits im September 2017. Doch Kevin F. arbeitete bis Januar 2018 als Kindergartenleiter. Eltern und andere Mitarbeiter erfuhren sogar erst im Februar von dem Skandal - durch die Medien.