2018 M12 6 - 10:57 Uhr

Entlastung für Familien ab 2019

Eltern, aufgepasst - Familien in Deutschland sollen ab 2019 finanziell entlastet werden. Neben einer Kindergelderhöhung und steuerlichen Entlastungen können Familien 2019 noch von weiteren Neuregelungen profitieren. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Änderungen im Überblick vor.

Das Kindergeld steigt

Vom 1. Juli 2019 an bekommen Familien zehn Euro mehr Kindergeld.
Für das erste und zweite Kind gibt es dann 204 Euro,
für das dritte 210 Euro und
für jedes weitere Kind 235 Euro pro Monat.

Der finanzielle Freiraum, der dadurch entsteht, ist zwar überschaubar - aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.

Steuerliche Entlastungen beim Kinderfreibetrag und Erhöhung des Grundfreibetrags

Damit Familien die Kindergelderhöhung auch wirklich im Geldbeutel spüren, wird auch der Kinderfreibetrag entsprechend angehoben. Der Grundfreibetrag steigt ebenfalls. 

Der Kinderfreibetrag ist eine vom Staat festgelegte Summe, die Eltern pro Kind und Jahr verdienen dürfen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. Diese Summe wird am Ende des Jahres rückwirkend von dem zu versteuernden Jahreseinkommen abgezogen. Dieser Kinderfreibetrag wird 2019 und 2020 jeweils um 192 Euro angehoben - auf dann 7.812 Euro insgesamt.

Als weiteren Schritt hat die Bundesregierung beschlossen, den Grundfreibetrag stufenweise anzuheben. Der Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, auf den keine Einkommensteuer gezahlt werden muss. Derzeit liegt der Grundfreibetrag bei 9.000 Euro. Im Jahr 2019 wird er auf 9.168 Euro und 2020 auf 9.408 Euro angehoben.

Laut Bundesregierung zahlt eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttojahreseinkommen von 60.000 Euro im Jahr 2019 insgesamt 251 Euro weniger an Steuern als jetzt. Bei einem Familieneinkommen von 120.000 Euro brutto beträgt die Entlastung 380 Euro im Jahr

Mehr Unterhalt für Trennungskinder: Anpassung der Düsseldorfer Tabelle

Trennungskinder bekommen ab dem nächsten Jahr von ihren unterhaltspflichtigen Elternteilen mehr Geld: Die neue Düsseldorfer Tabelle tritt am 1. Januar 2019 in Kraft,

Der Mindestunterhalt für ein Kind bis sechs Jahre steigt dann von bislang 348 auf 354 Euro.
Für Jungen und Mädchen bis zum zwölften Lebensjahr liegt er bei 406 statt bisher 399 Euro,
für Kinder bis zum 18. Lebensjahr bei 476 statt 467 Euro.
Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils leben, bleibt der Unterhalt unverändert bei 527 Euro.

Baukindergeld: Der Traum von den eigenen vier Wänden

Mit dem Baukindergeld will die Koalition Familien unter die Arme greifen, damit diese sich den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen können. Für ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung soll es einen Zuschuss von 12.000 Euro in zehn Jahren pro Kind geben. Das zu versteuernde Einkommen darf bei maximal 75.000 Euro liegen, die Kinder müssen unter 18 sein und noch daheim wohnen.

Das Baukindergeld ist allerdings zeitlich befristet, rückwirkend vom 1. Januar 2018 bis Ende 2020. Hier sagen wir Ihnen, wie Sie das Baukindergeld beantragen.

Brückenteilzeit: Das Recht auf Rückkehr in den Vollzeit-Job

Die Brückenteilzeit soll vor allem Frauen aus der "Teilzeitfalle" holen: Bislang war die Rückkehr zur Vollzeitstelle für Teilzeitkräfte oft kaum möglich - das soll sich nun ändern. Wer seine Arbeitszeit nur für eine bestimmte Zeit verkürzen will, erhält ab 2019 ein Rückkehrrecht zu einer Vollzeitstelle.

Die neue Brückenteilzeit greift für alle Arbeitnehmer, die ab dem 1. Januar 2019 einen Arbeitsvertrag in Teilzeit abschließen. Weitere wichtige Voraussetzung: Der Arbeitnehmer muss in einem Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern arbeiten. Kleinstunternehmen sind von den neuen Regelungen also nicht betroffen und auch Mittelständler, also Arbeitgeber mit 45 bis 200 Angestellten müssen diesen Anspruch nur einem von 15 Mitarbeitern gewähren.