Kinderfotos im Netz: Liebe Eltern, muss das sein?

Kinderfotos (Archivfoto aus dem April 2004).

22. März 2015 - 17:06 Uhr

Ein Kommentar von Johannes Meyer

Babys und Kleinkinder sind süß. Meistens! Kinderfotos machen Mamas, Papas, Omas und Opas seit Generationen stolz. Der Sohn mit eisverschmierten Mund am Strand im Urlaub oder die Tochter mit ihrem ersten Weihnachtsgeschenk. Diese Momente müssen natürlich für die Verwandten festgehalten werden. Das ist seit Erfindung der Kameras so.

Doch wurden die Fotos des Nachwuchses früher noch unschuldig am Kaffeetisch rumgereicht, so präsentieren Eltern ihren Nachwuchs heute stolz im Netz, vor allem in sozialen Netzwerken. Selbst Krankenhäuser stellen schon die Fotos ihrer Neugeborenen ins Netz.

Doch liebe Eltern, muss das sein? Kinderfotos gehören nicht ins Netz. Jeder gönnt euch euren Stolz, doch auch eure Kinder haben eine Privatsphäre.

Der Kinderschutzbund warnt davor, Kinderfotos im Netz zu veröffentlichen. Oft sind sich Eltern nicht bewusst, welche Öffentlichkeit sie zum Beispiel mit einem Facebook-Post erreichen. Auch bei Kinderfotos gilt: "Das Internet vergisst nicht". In ein paar Jahren ist das Kind in der Pubertät, da können Fotos peinlich sein oder Anlass zum Cybermobbing bieten. Stellen Sie sich vor, damals hätte jemand Ihr Tagebuch in Ihrer Schulklasse vorgelesen. Selbst wenn Fotos nicht mehr online sind, können sie auf stationären PCs gespeichert sein.

Kinder sind schutzbedürftig, das sollte Eltern bewusst sein, daher sollte es selbstverständlich sein, über jedes Foto zweimal nachzudenken, bevor es online geht. Denn manchmal tut der Facebook-Post eher Ihrem Ego gut, als dem Ihres Kindes.