Nach Corona-Fake-News

Kinder seien fast immun: Facebook und Twitter löschen Trump-Video

President Donald Trump makes remarks as he meets with Arizona s Governor Doug Ducey in the Oval Office at the White Hou
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06. August 2020 - 15:34 Uhr

Facebook löscht Botschaft von Trump zur Corona-Pandemie

Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Bei der Veröffentlichung handele es sich um eine "schädliche" Falschinformation über das Virus, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren

In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus "fast immun", weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten.

Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die "falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist", verstoße gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren, haben aber in der Regel eher milde Symptome - sie sind nicht "immun".

Twitter sperrte zudem wegen derselben Aussage das Konto der Trump-Wahlkampagne vorübergehend komplett. Das Konto werde erst wieder entsperrt, wenn das Wahlkampfteam den Tweet über die angebliche Immunität von Kindern lösche.

Schulen sollten zum normalen Unterricht zurückkehren

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bemühte sich Trump am Mittwochabend, seine Bemerkung zu relativieren und verwies auf die zumeist milden Krankheitsverläufe bei Kindern. Trump wiederholte aber seine Forderung, dass die Schulen im Land zum normalen Unterricht zurückkehren sollten. In vielen Großstädten haben Schulbezirke wegen der Pandemie bereits angekündigt, das neue Schuljahr nicht wie gewohnt mit reinem Präsenzbetrieb zu beginnen.

Anders als Twitter war Facebook bisher sehr zurückhaltend im Umgang mit Trumps Posts. Twitter hatte einige Tweets von Trump wegen Gewaltverherrlichung mit einem Warnhinweis versehen oder diese einem Faktencheck unterzogen. Trump kritisiert dies als Zensur.