Kimi Räikkönen schlägt Sebastian Vettel und schreibt mit Italien-Pole Formel-1-Geschichte

2018 Italian GP AUTODROMO NAZIONALE MONZA, ITALY - SEPTEMBER 01: Kimi Raikkonen, Ferrari SF71H, secures pole position during the Italian GP at Autodromo Nazionale Monza on September 01, 2018 in Autodromo Nazionale Monza, Italy. (Photo by Sam Bloxham
So schnell wie Kimi Räikkönen bei seiner Pole in Monza war noch nie ein F1-Pilot © imago/Motorsport Images, Sam Bloxham, imago sportfotodienst

Doppelpole für Ferrari beim Heimspiel

Grande, grande! Ferrari hat beim Heimspiel in Monza die Doppelpole geholt und die Hoffnungen der Tifosi auf eine einzige rote Party beim Rennen am Sonntag (ab 14.15 Uhr live bei RTL oder online im Livestream bei TVNOW.de) ins Unermessliche gesteigert. Die Hauptrolle in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Qualifying spielte allerdings nicht der angedachte Pilot: Altmeister Kimi Räikkönen stahl Sebastian Vettel die Show und schrieb Formel-1-Geschichte. Trotz der teaminternen Schlappe startet Vettel aber als Favorit in den Großen Preis von Italien. Der WM-Führende Lewis Hamilton war nur einen Wimpernschlag langsamer als sein WM-Kontrahent und wurde Dritter.

Schnellste Formel-1-Runde aller Zeiten - Vettel sauer

Räikkönen fuhr in 1:19,119 Minuten nicht nur Bestzeit, sondern zugleich auch noch die schnellste jemals gefahrene Runde in der Geschichte der Formel 1 - was die Durchschnittsgeschwindigkeit (263,587 km/h) angeht. Der älteste Polesetter (38 Jahre) seit Nigel Mansell 1994 (41 Jahre) brummte seinem Teamkollegen mit seiner Zauberrunde einen Rückstand von 0,161 Sekunden auf. "Es gibt keinen besseren Ort, um die Pole zu holen", jubelte Räikkönen.

"Ich bin natürlich nicht ganz zufrieden mit meinem letzten Versuch, aber Kimi war einfach zu schnell", erkannte Vettel lobend an und tadelte sich: "Meine letzte Runde war nicht besonders gut." Dass er jedoch in Q3 zweimal direkt vor Räikkönen rausgeschickt wurde und der Finne damit den Vorteil des Windschattens hatte, missfiel ihm deutlich. "Darüber reden wir später noch", schimpfte er im Funk, als ihm sein Renningenieur gerade mitgeteilt hatte, dass Räikkönen auf Pole gefahren sei.

Ferrari dürfte im Rennen alles für Vettel tun

Bis zum "letzten Schuss" der Top-Piloten hatte noch Hamilton vorne gelegen. Der Mercedes-Pilot quetschte alles aus seinem auf dem Blatt Papier unterlegenen Silberpfeil heraus und verbesserte sich ebenfalls noch einmal in seinem letzten Umlauf. Am Ende fehlten ihm aber 0,175 Sekunden auf Räikkönen und die Winzigkeit von 0,014 Sekunden auf Vettel. "Es ist wirklich unglaublich eng", sagte der Brite. "Jeder arbeitet so hart, wie er kann." 

Ferrari wird am Sonntag alles versuchen, um Vettel möglichst schon am Start, spätestens aber wohl in der ersten Boxenstopp-Phase an Räikkönen vorbeizulotsen und somit den Rückstand des Deutschen in der Fahrer-WM von derzeit 17 Punkten auf Hamilton weiter zu verkürzen. "Ich will gewinnen. Kimi will gewinnen. Hoffentlich wird einer von uns gewinnen", sagte Vettel.

Überragende Vorstellung von Hamilton

Um die fahrerische Leistung von Hamilton zu würdigen, muss man nur auf den Rückstand seines Teamkollegen Valtteri Bottas schauen. Den viertplatzierten Finnen trennten 0,537 Sekunden von Räikkönen. Max Verstappen im Red Bull (5.), Romain Grosjean im Haas (6.), Carlos Sainz im Toro Rosso (7.), Esteban Ocon im Racing Point (8.), Pierre Gasly im Toro Rosso (9.) und Lance Stroll im Williams (10.) folgten mit bereits riesigem Abstand auf den Plätzen.

Nico Hülkenberg wurde 14. Wegen seines verursachten Startcrashs in Spa und dem Austausch von Motorkomponenten muss der Renault-Pilot jedoch von ganz hinten starten. Neben ihm wird Daniel Ricciardo (15.) ins Rennen gehen. Der Australier im Red Bull hat ebenfalls neue Teile unter der Haube und wird strafversetzt.

Erste Ferrari-Pole in Monza seit 2010

Für Ferrari ist die Pole mehr als ein gutes Omen: Von den letzten acht Rennen auf dem Autodromo Nazionale gewann der Polesetter derer sieben.

Dabei hatte es zunächst noch so ausgesehen, als würde der Wettergott erneut seine schützende Hand über Hamilton halten. Als es kurz vor Beginn der Zeitenjagd leicht zu regnen begann, richteten die Ferraristi ihre Blicke bangend in Richtung Himmel - kein Wunder, hatte der Regen Hamilton doch schon zuletzt in Spa und in Budapest auf die Pole gespült.

Regen hört rechtzeitig auf

Doch diesmal waren die Bedingungen auf der Seite der Scuderia. Pünktlich mit dem Aufleuchten der grünen Ampel hörte der Niederschlag auf. Und so gab zunächst Vettel deutlich den Ton an und fuhr sowohl in Q1 als auch in Q2 Bestzeit. Erst im letzten Durchgang drehte Mercedes in Person von Hamilton plötzlich auf und brachte die Männer und Frauen in Rot ordentlich ins Schwitzen, ehe die erste Monza-Pole für Ferrari seit 2010 (Fernando Alonso) perfekt war.

Das Qualifying bei TVNOW.de und in der TV NOW App online ansehen

Das Qualifying zum Nachlesen im Ticker

​Das Ergebnis des Qualifyings beim Italien-GP