Kim Jong Uns überraschender China-Besuch: Mit dem Sonderzug nach Peking

28. März 2018 - 9:09 Uhr

Nordkorea zu Zugeständnissen im Atomkonflikt bereit

Das Rätsel ist gelüftet, er war tatsächlich da: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat überraschend China besucht, den wichtigsten Verbündeten des kleinen Landes. Es war die erste Auslandsreise des Machthabers. Bei den Gesprächen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ging es um den Konflikt um Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm. Kim bekräftigte seine Bereitschaft, nicht nur mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, sondern auch mit US-Präsident Donald Trump bei einem Gipfel zusammenzutreffen.

China bestätigt Besuch erst nach Kim Jong Uns Abreise

Mit einem Sonderzug reiste Kim Jong Un nach China.
Mit diesem Sonderzug reiste Kim Jong Un nach China.
© REUTERS, JASON LEE, DS/ata

Auch wenn kein Termin für ein solches Treffen genannt wurde, deutete Kim Jong Un seine Bedingungen für eine Lösung des Atomkonflikts an. "Die Frage der Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel kann gelöst werden, wenn Südkorea und die USA auf unsere Bemühungen mit Wohlwollen reagieren, eine Atmosphäre des Friedens und der Stabilität schaffen, während gleichzeitig progressive und synchrone Schritte in Richtung des Friedens ergriffen werden", zitierte ihn die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

China bestätigte den zunächst geheim gehaltenen Besuch erst nach Kim Jong Uns Rückkehr mit einem Sonderzug nach Nordkorea. Mit der 24-stündigen Visite versuchte Kim Jong Un, die angespannten Beziehungen zu Peking zu verbessern. Chinas Präsident beschrieb die Gespräche als "freimütig und freundschaftlich", was in der diplomatischen Sprache als Hinweis auf Differenzen gewertet werden kann.

Nordkoreas Atom- und Raketentests haben Peking verärgert

Peking: Kim Jong Un und seine Frau Ri Sol Ju stiegen in eine Limousine um.
In Peking stiegen Kim Jong Un und seine Frau Ri Sol Ju in eine Limousine um.
© REUTERS, REUTERS TV, DH

Mit der Serie von Atom- und Raketentests hat Kim Jong Un den großen Nachbarn zunehmend verärgert. Als größter Handelspartner setzt China die im Weltsicherheitsrat beschlossenen Sanktionen der Vereinten Nationen verstärkt um, was vermehrt zu Engpässen in dem isolierten und armen Nordkorea führt. So ist das Verhältnis auf den tiefsten Stand in seiner Geschichte gefallen.

Xi Jinping und Kim Jong Un zeigten sich bei ihren Gesprächen in Peking aber einig, an der historischen Freundschaft wieder anzuknüpfen. Nordkoreas Führer, der die Kontakte zu Peking seit seinem Amtsantritt 2011 nicht mehr gepflegt hatte und abweisend schien, nannte die Beziehungen zu China in dem Treffen sogar "unerschütterlich".