Kim Jong Un hat es wieder getan: Nordkorea feuert Rakete über Japan hinweg

15. September 2017 - 11:53 Uhr

Abschuss trotz Sanktionen gegen Nordkorea

Sie haben es schon wieder getan. Ist das nun Ignoranz, Arroganz, Impertinenz, Unvernunft oder Größenwahn? Das lässt sich bei einem Diktator wie Kim Jong Un schwer sagen, Fakt aber ist: Nordkorea hat erneut eine Rakete von mehreren tausend Kilometern Reichweite über Japan hinweg gefeuert. Und das trotz Verschärfung der UN-Sanktionen wegen des jüngsten Atomwaffentests.

Nordkorea testet Mittelstreckenrakete

Die Rakete sei nach dem Start nahe der Hauptstadt Pjöngjang 3.700 Kilometer weit geflogen und dann in den Pazifischen Ozean gestürzt, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Nach ersten Angaben des US-Militärs handelte es sich erneut um eine Mittelstreckenrakete, wie sie Nordkorea bereits Ende des vergangenen Monats über Japan hinweg geschossen hatte. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich nach eigenen Angaben möglichst schnell in einer Dringlichkeitssitzung mit dem neuen Waffentest beschäftigen.

Südkorea reagiert mit eigener Raketenübung

Eine Frau geht am 15.09.2017 in Sapporo (Japan) an einem Monitor vorbei, auf dem der erneute nordkoreanische Raktentest illustriert wird. Zwölf Tage nach seinem weltweit verurteilten Atomtest hat Nordkorea erneut eine Rakete über Japan hinweg in den
Besorgnis in Japan: Nordkorea feuert zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit eine Rakete über Japan hinweg.
© dpa, lof

Die USA, Japan und Südkorea reagierten empört und warfen der Führung in Pjöngjang eine erneute Provokation und Bedrohung der Nachbarländer vor. Südkoreas Streitkräfte reagierten mit einer eigenen Raketenübung, bei der eine ballistische Rakete ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer) geschossen wurde.

Japan: Nordkorea bedroht den Weltfrieden

Die andauernden Provokationen bedrohen nach Einschätzung Japans den Weltfrieden. Die gesamte Weltgemeinschaft müsse sich vereinen und Nordkorea Einhalt gebieten, sagte der japanische Regierungschef Shinzo Abe laut Medien in Tokio. Nordkorea müsse zu verstehen gegeben werden, dass es keine gute Zukunft haben werde, wenn es so weiter mache.

"Das ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass mit Japan ein Vertragspartner der USA direkt bedroht wurde", hieß es in einer Mitteilung von US-Außenminister Rex Tillerson. "Diese fortgesetzten Provokationen führen dazu, dass Nordkoreas diplomatische und wirtschaftliche Isolation nur noch vertieft wird."

Tillerson fordert China und Russland zum Handeln auf

"China liefert Nordkorea den größten Teil ihres Öls", schrieb Tillerson nach dem jüngsten Waffentest. "Russland ist der größte Arbeitgeber für nordkoreanische Zwangsarbeiter." Tillerson forderte China und Russland auf, die Raketentests Nordkoreas zu verurteilen und ihrerseits Maßnahmen zu ergreifen.

Erst am Montag hatte der UN-Sicherheitsrat den sechsten und bisher größten Atomtest Nordkoreas am 3. September mit neuen Sanktionen bestraft. Laut der Resolution werden erstmals Öllieferungen in das Land gedeckelt und Textilexporte verboten. Dadurch soll der Druck auf Pjöngjang in dem andauernden Konflikt erhöht werden. Die Regierung in Nordkorea erklärte, den Sanktionsbeschluss kategorisch abzulehnen und von ihrem Atom- und Raketenprogramm nicht abrücken zu wollen.