Kim Jong Un braucht Devisen: 50.000 Nordkoreaner müssen Zwangsarbeit im Ausland verrichten

Archiv: Nordkoreas umstrittener Diktator Kim Jong Un
© dpa, Rodong Sinmun

30. Oktober 2015 - 11:09 Uhr

Skrupellose Zwangsarbeit

Nordkorea hat nach Angaben der UNO mehr als 50.000 Bürger zum Arbeiten ins Ausland geschickt. Beobachter vergleichen die Arbeitsbedingungen mit Zwangsarbeit. Der UNO-Sonderberichterstatter Marzuki Darusman kritisierte auf einer Pressekonferenz in New York, dass Nordkorea dies tue, um sich Devisen zu beschaffen.

Die Zwangsarbeiter arbeiten auf Baustellen, im Bergbau oder in der Textilindustrie. Vor allem in China und Russland, aber auch in Afrika, im Nahen Osten und Osteuropa werden sie eingesetzt. Das Regime in Pjöngjang, um ihren umstrittenen Diktator Kim Jong Un, verhandelt die Verträge aus und streicht auch einen Großteil des Arbeitslohns ein – angeblich bis zu zwei Milliarden Dollar pro Jahr.

Marzuki Darusman warnt, dass Unternehmen, die mit Nordkorea kooperieren, sich zu "Komplizen in einem inakzeptablen System der Zwangsarbeit" machen. Laut der UNO müssen die Menschen bis zu 20 Stunden am Tag arbeiten und bekommen dafür nur rund 130 Euro im Monat und ungenügend Nahrung.

Darusman appellierte nochmals an den UNO-Sicherheitsrat, wegen der prekären Menschenrechtslage in Nordkorea den Internationalen Strafgerichtshof anzurufen. Voraussichtlich würde ein Anruf jedoch von der Vetomacht China verhindert werden.