„Weiß nicht, wie solche Sachen rausrutschen sollen"

Rassismus-Skandal: Kevin-Prince Boateng kritisiert Clemens Tönnies

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14. September 2019 - 14:44 Uhr

Boateng zeigt Tönnies die Rote Karte

Ex-Schalke-Profi Kevin-Prince-Boateng hat den Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wegen seiner rassistischen Äußerungen zu Afrika heftig kritisiert. Tönnies verdiene "ganz klar die Rote Karte", sagte Boateng der "Sport Bild".

„Anderes Zeichen setzen müssen"

"Ich weiß nicht, wie solche Sachen rausrutschen sollen", zeigte der 32-Jährige deutlich sein Unverständnis für die Aussagen des Schalke-Machers. "Da hätte man ein anderes Zeichen setzen müssen. Die Möglichkeit war da, allen zu zeigen, dass so etwas nicht akzeptiert wird." Boateng spielte zwischen 2013 und 2015 für Schalke 04. Vor dieser Saison heuerte er beim AC Florenz an.

Boateng fordert schon länger einen Video-Beweis gegen Rassismus auf dem Fußballplatz. Solch eine Maßnahme "würde der Menschheit weiterhelfen", sagte er damals. Der Deutsch-Ghanaer wurde selbst schon Opfer von Rassismus auf dem Spielfeld. Bei einem Testspiel mit dem AC Mailand wurde Boateng 2013 von Zuschauern rassistisch beleidigt und setzte ein deutliches Zeichen, indem er mit seiner ganzen Mannschaft den Platz verließ.

Tönnies lässt Amt drei Monate ruhen

Tönnies hatte in einer Rede beim "Tag des Handwerks" gesagt, man solle jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Daraufhin lässt der 63-Jährige sein Amt nach starker Kritik von allen Seiten für drei Monate ruhen.