Kettenreaktion: Dänemark prüft stichprobenartig Pässe von Reisenden an deutscher Grenze

5. Januar 2016 - 10:41 Uhr

Zehn Tage lang werden Pässe kontrolliert

Dänemark führt zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen vorübergehend stichprobenartige Passkontrollen an der Grenze zu Deutschland ein. Die Kontrollen sollen ab sofort für zunächst zehn Tage gelten, wie der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen in Kopenhagen sagte. Dazu sehe sich das Land gezwungen, weil die schwedische Regierung Kontrollen für Einreisende aus Dänemark gestartet habe. "Die Grenzkontrolle wird aus Stichproben des laufenden Verkehrs über die Grenze bestehen", sagte Løkke Rasmussen.

Kettenreaktion: Dänemark prüft stichprobenartig Pässe von Reisenden an deutscher Grenze
Nun werden auch an der Grenze zu Deutschland die Pässe kontrolliert, weil Schweden die Flüchtlingszahlen eindämmen will.
© picture-alliance/ dpa, Robert B. Fishman

Aber nicht jeder, der aus Deutschland nach Dänemark reise, werde kontrolliert. "Die Polizei wird also nicht alle bitten, ihren Pass zu zeigen." An der dänisch-schwedischen Grenze sind Verkehrsunternehmen dazu verpflichtet, jeden Passagier in öffentlichen Verkehrsmitteln zu kontrollieren. Wer sich nicht ausweisen kann, darf nicht nach Schweden einreisen. Die Maßnahme hatte das Land ergriffen, um die hohe Zahl der Flüchtlinge einzudämmen.

Der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, sagte, Dänemark habe die Bundesregierung zwar vorab informiert. Die Lösung der Flüchtlingskrise könne aber nur gesamteuropäisch gefunden werden und "nicht an nationalen Grenzen zwischen Land A und Land B". Entscheidend sei ein wirksamer Schutz der EU-Außengrenzen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin betonte, die Freizügigkeit sei eine der größten Errungenschaften Europas der letzten 60 Jahre. Auch er rief zu gemeinsamen Lösungen in der Flüchtlingskrise auf und mahnte