Kettenbrief-Todesdrohung über WhatsApp: So sollten Eltern reagieren

20. September 2016 - 17:35 Uhr

Eine Sprachnachricht versetzt viele Kinder in Angst und Schrecken

Kinder und Jugendliche werden von einer bizarren Todesdrohung auf ihren Handys verunsichert: "Wenn du das nicht weiterschickst, dann stirbt deine Mutter!" Diese schlimme Audio-Botschaft kursiert gerade über Whatsapp und wird wie ein Kettenbrief weitergeleitet. Psychologin Lara Werkstetter erklärt, wie Sie als Eltern diesem Phänomen am besten begegnen.

Beängstigender Kettenbrief: Todesdrohung über WhatsApp
Per WhatsApp verbreitet sich momentan ein beängstigender Kettenbrief.
© dpa, Daniel Reinhardt

In der Audio-Nachricht fordert eine Computerstimme die Empfänger dazu auf, die Datei schnell an mindestens 20 Personen weiterzuleiten. Falls sie es nicht täten, würde ihnen und ihren Angehörigen der Tod drohen. Es heißt: "Wenn du die Nachricht nicht an 20 Leute weiter schickst, komm ich um 0 Uhr zu dir."

Der schlechte Scherz, der als Kettenbrief gedacht ist, verängstigt die Kinder. Michael Mahnke, Landeskriminalamt Niedersachen, rät: "Die Nachricht direkt löschen, damit sie sich nicht weiter verbreitet wird." Wie viele Kinder betroffen sind ist unklar. Jedoch ist einfach zu errechnen, dass, wenn ein Kind die Nachricht in zwanzig Minuten an zwanzig Kinder weitersendet, die Horror-Voicemail in einer Stunde bereits 8.000 junge Menschen erreicht hat.

Wie sollten Sie mit der bizarren Sprachnachricht am besten umgehen?

Dr. Lara Werkstetter ist Psychologin und erklärt: "Eine solche Nachricht bringt ein Kind in ein großes Dilemma, weil es entweder die Möglichkeit hat, die Nachricht wie gefordert weiter zu verteilen, um damit die eigene Angst zu reduzieren. Gleichzeitig weiß es aber auch, dass es damit wiederum Angst und Schrecken bei anderen Kindern auslöst. Das führt zu einem hohen psychischen Druck." Das Einzige, was in dieser Situation hilft: das Kind muss sich den Eltern anvertrauen.

Geben Sie Ihren Kindern zu verstehen, dass sie sofort mit Ihnen über derartige 'schlechte Scherze' sprechen können - beziehungsweise müssen! Denn Eltern können ihren Kinder die Angst nehmen, indem sie ihnen erklären, warum die Nachricht nicht echt ist. Gemeinsam können Eltern und Kinder dann entscheiden, die Nachricht nicht weiterzuleiten - sondern zu löschen.

Die Nachricht kursiert wahrscheinlich bereits seit Jahren im Internet. Die Chancen, die Verfasser dieser geschmacklosen Sprachmemo zu finden sind letztendlich aber leider äußerst gering. Die Polizei sagt, es sei so gut wie unmöglich.