Kernspin: Hier kommt ein Baby zur Welt

Mediziner hoffen, durch solche Dokumentationen Schwierigkeiten bei einer Geburt künftig früher einschätzen zu können.
Mediziner hoffen, durch solche Dokumentationen Schwierigkeiten bei einer Geburt künftig früher einschätzen zu können.
© dpa

09. Februar 2016 - 11:30 Uhr

Faszinierende Bilder

Weltpremiere am Berliner Universitätsklinikum Charité: Einem Team aus Geburtsmedizinern und Radiologen ist es erstmals gelungen, die Geburt eines Kindes mit dem Kernspintomographen (MRT) komplett aufzuzeichnen.

Die Mutter lag während der Entbindung in einem speziellen offenen MRT-Gerät, so dass sie etwas Bewegungsfreiheit hatte und die Geburtshelfer an sie heran konnten. "Es war eine Bilderbuchgeburt. Und wir haben alle Details, von denen wir bislang nur durch Tastuntersuchungen wussten, genau sehen können", berichtete der Gynäkologe Prof. Ernst Beinder am Dienstag.

Die Ärzte hoffen, durch derartige Dokumentationen kritische Phasen einer Geburt künftig früher und besser einschätzen zu können. Die Mutter konnte sich während der Anfangsphase der Geburt frei bewegen und musste sich erst zum Schluss in den Kernspintomographen legen.

Das gesamte Verständnis der Geburtsmechanik geht seit dem 19. Jahrhundert auf Tastbefunde zurück. Nur vereinzelt wurden während einer Geburt in Notfällen Röntgenaufnahmen gemacht. Jetzt konnten die Ärzte erstmals genau sehen, wie sich das Kind in den Geburtskanal einpasst. "Die Bilder waren faszinierend und haben einmal mehr bestätigt, dass eine Geburt ein Wunder ist. Wenn wir künftig genauer wissen, wo kritische Phasen sind, können wir möglicherweise auch frühzeitig einen Geburtsstillstand verhindern", sagt Beinder.