Trauerzug zu Ehren des getöteten Generals

Massenpanik bei Trauerfeier im Iran: Dutzende Tote

7. Januar 2020 - 11:24 Uhr

Offenbar Massenpanik bei Trauerzug zum Tod Ghassem Soleimanis

Hunderttausende Iraner zogen am Dienstag vor der Beisetzung des Generals Ghassem Soleimani durch die Straßen seiner Geburtsstadt Kerman. Dabei ist es offenbar zu einer Massenpanik gekommen. Das iranische Staatsfernsehen berichtet von bis zu 30 Toten. Mehrere Medien gehen von bis zu 35 Todesopfern und viele Verletzten aus. In den sozialen Netzwerken ist von noch höheren Opferzahlen die Rede. Iranische Behörden bestätigen bislang keine Zahlen, sie untersuchen die Vorfälle in Kerman.

Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden: „Wir werden Rache nehmen“

Der Trauermarsch - im Video zu sehen - führte am Dienstag durch das Zentrum der Stadt im Südosten des Landes zum Märtyrer-Friedhof, wo Soleimani später beerdigt werden sollte. Der Marsch wurde auf fast allen Fernsehkanälen des Landes live übertragen.

Anwesend am Trauerzug war auch der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Hussein Salami. "Wir werden Rache nehmen und die wird konsequent und hart sein, so dass die Amerikaner ihre Tat bitter bereuen", sagte Salami. Die Masse erwiderte den Aufruf mit "Rache, Räche" und "Allahu Akbar" - Gott ist der Größte - Rufen.

Ghassem Soleimani war in der Nacht zum Freitag von US-Drohnen in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit einem Raketenangriff getötet worden. Washington rechtfertigte den Luftschlag damit, dass der Chef der Al-Kuds-Einheiten folgenschwere Angriffe auf US-Bürger geplant habe. Soleimani war der wichtigste Vertreter der iranischen Streitkräfte im Ausland und galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern, die viele Todesopfer forderte.