Kerkeling: "So wenig Kanzler wie heut war noch nie"

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8. November 2019 - 5:10 Uhr

In einer launigen Rede hat der Entertainer Hape Kerkeling (54) einen Rundumschlag zur politischen Situation in Deutschland gewagt. Zwar habe er sich eigentlich vorgenommen, gar nix zu sagen, "weil ich will keinen Shitstorm, auch politisch", sagte der Komiker und Autor bei den "GQ Men of the year"-Awards am Donnerstagabend in Berlin. Um dann hinzuzufügen, dass ihn das Rennen um den SPD-Vorsitz schon umtreibe. "Nicht, dass ich es werden wollte, aber ganz ehrlich: Die, die es werden wollen, können's nicht. Und die, die können, wollen nicht." Bei der CDU sei es doch das Gleiche. "Die Bundeskanzler werden wollen, können's nicht. Und die, die können, wollen's auch nicht."

Dabei sei die Situation im Land derzeit schwierig. "Nein, es ist keine schöne Zeit, in der wir leben. Wir haben im Moment so einen scharfen Wind im Land; die schärfste Opposition überhaupt - und so wenig Kanzler wie heut war noch nie."

Kerkeling bedankte sich für die Auszeichnung in der Kategorie Entertainment und schloss mit den Worten: "Und ansonsten halt ich es mit einem Zitat meiner Lieblingsphilosophin Hannah Arendt: "Ich bereite mich auf das Schlimmste vor, ich hoffe das Beste und ich nehm es, wie's kommt." Vielen Dank."

In diesem Jahr bewegte die Verfilmung der Autobiografie von Kerkeling über seine Kindheit im Ruhrgebiet Millionen Kinozuschauer. In dem Film von Caroline Link stellte der junge Julius Weckauf den jungen Hape dar. Die Bestseller-Verfilmung "Der Junge muss an die frische Luft" über Kerkelings tragische Kindheit kam Ende 2018 ins Kino.

Seit 2017, als die Ehe für alle - also auch für gleichgeschlechtliche Paare - eingeführt wurde, ist Kerkeling nach eigenen Worten verheiratet. Seinen Partner schirmt er vor der Öffentlichkeit ab.

Quelle: DPA