Heftige Vorwürfe in der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim

Krankenschwester soll Kolleginnen mit Schlafmittel vergiftet haben

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19. November 2019 - 17:17 Uhr

Frau sitzt derzeit in Untersuchungshaft

In der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim (Hessen) versuchte eine Krankenschwester, ihre Kolleginnen mit Schlaftabletten zu vergiften. Die 53-Jährige aus dem Wetteraukreis sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Was war das Tatmotiv? Und warum verabreichte die Tatverdächtige die Tabletten ausgerechnet am Arbeitsplatz?

Schlafmittel war in Kaffee und Plätzchen versteckt

Im Herbst 2017 und Frühjahr 2019 ereigneten sich insgesamt fünf Vorfälle auf einer Station des Gefäßzentrums, antwortet die Klinik auf eine RTL-Anfrage. "Wir arbeiten seitdem eng mit den Behörden zusammen, um eine rasche Aufklärung der Vorfälle zu ermöglichen."

Die Klinik habe erst durch die Ermittlungsbehörden von dem Verdacht erfahren. Der krasse Vorwurf: Eine Krankenschwester soll mehrfach versucht haben, Kollegen zu vergiften. Rouven Spieler von der Staatsanwaltschaft Gießen erklärt im RTL-Interview: "Während einige Schwindel erlitten, gab es auch Fälle von Bewusstlosigkeit und einen Fall von akuter Lebensgefahr." Das Schlafmittel war demnach in Kaffee und Plätzchen versteckt.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung Ende Oktober wurden zerkleinerte Tablettenreste in einem Mixer in der Küche gefunden. "Es erscheint möglich, dass die Beruhigungsmittel auf diese Art in die Gebäckstücke und den Kaffee gelangten."

Warum die Krankenschwester ihre Kolleginnen vergiften wollte, ist derzeit unklar. "Die Angeschuldigte bestreitet die Taten", so der zuständige Staatsanwalt. Alle betroffenen Personen sind wieder vollständig genesen.