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Kenia will somalische Flüchtlinge abschieben

Kenia will somalische Flüchtlinge abschieben

Weltgrößtes Flüchtlingslager in Kenia an der Grenze zu Somalia
Kenia will das Flüchtlingslager in Dadaab schließen und die Bewohner nach Somalia abschieben.
dpa, Kennedy Abwao

UN-Flüchtlingshilfswerk ist besorgt

Die Vereinten Nationen haben die angedrohte Schließung des weltgrößten Flüchtlingslagers in Kenia kritisiert. Die Regierung in Nairobi würde damit internationale Verpflichtungen verletzen und schwere humanitäre Probleme schaffen, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf.

Kenias Vizepräsident William Ruto hatte nach dem Terroranschlag mit mehr als 150 Toten auf die Universität von Garissa Anfang April erklärt, das Lager mit 350.000 Flüchtlingen aus Somalia müsse binnen drei Monaten geschlossen und auf das Gebiet des Nachbarlandes verlegt werden.

Zu dem Anschlag hatte sich die somalische Terrororganisation Al-Shabaab bekannt. Kenianische Behörden gehen davon aus, dass sie im Lager Dadaab unweit der Grenze heimlich Mitglieder rekrutiert. "Das UNHCR ist besorgt, dass eine abrupte Schließung und die zwangsweise Abschiebung der Flüchtlinge zurück nach Somalia extreme humanitäre und praktische Konsequenzen hätte", erklärte die Organisation. Zugleich bekräftigte sie, Verständnis für die Sorgen Kenias zu haben. Das UNHCR sei bereit, Kenia stärker bei der Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit in Dadaab zu unterstützen.