Ihr Sohn leidet an chronischer Bleivergiftung

Phyllis Omido kämpft gegen die Bleifabriken - „Mit der Wut einer Mutter“

20. Oktober 2019 - 16:16 Uhr

Owino Uhuru: Hunderte Menschen betroffen

Phyllis Omido ist eine Kämpferin, die Menschen im Slum Owino Uhuru am Rande der kenianischen Hafenstadt Mombasa feiern sie als Heldin. Denn die zweifache Mutter kämpft gegen Bleirecycling-Fabriken in Kenia. Allein in Owino Uhuru sind über 270 Menschen an den Folgen einer Bleivergiftung gestorben. Omido hat früher Umweltgutachten in der Fabrik mitten im Slum erstellt, deren Schließung sie nach der Erkrankung ihres Sohnes erkämpft hat. "Mit der Wut einer Mutter" - so lautet auch der deutsche Titel des Buches, das sie über ihren Kampf geschrieben hat. RTL-Reporterin Nadine Macheroux-Denault hat die 41-Jährige in Mombasa besucht - im Video.

Viele Opfer der Bleivergiftungen sind Kinder

Die Mehrheit der Opfer sind Kinder. Auch Phyllis Sohn Kingdavid leidet an den Folgen einer chronischen Bleivergiftung, die bei Kindern oft zu bleibenden Hirnschäden führt. Viele in Owino Uhuru haben massive Lernschwierigkeiten. Niemand der in dem Slum lebt, hat erhöhte Werte für Blei im Blut.

International gelten 5 Mikrogramm pro Deziliter Blut als schwere Blutvergiftung. In Owino Uhuru stellt die Umweltaktivistin Omido der RTL-Reporterin ein Bleivergiftungsopfer vor. Nadine hat 420 Mikrogramm Blei pro Deziliter im Blut. Ihr Mann und ihr Vater haben in der Fabrik gearbeitet - Irene hat ihre Uniformen gewaschen.

Keine Medikamente gegen Bleivergiftungen in Kenia

Phyllis Omido kämpft nicht nur erfolgreich für die Schließung von Bleirecycling-Fabriken im ganzen Land. Sie verklagt auch die kenianische Regierung auf Schadenersatz für die vielen betroffenen Anwohner. Und sie fordert die Einführung von Medikamenten zur Behandlung von Bleivergiftungen nach Kenia – denn die gibt es hier bisher trotz der vielen Opfer der giftigen Blei-Produktion für europäische Firmen nicht.