Kellnern in der Corona-Krise

Mehr als jeder dritte Minijob allein in Gastronomie weggebrochen

Coronavirus - Stuttgart
© dpa, Gregor Bauernfeind, scg tba scg

01. Oktober 2020 - 9:47 Uhr

Bis Ende Juni rund 325.900 Minijobs in Gastro weg

Wegen der Corona-Pandemie sind allein im Gastgewerbe bis Ende Juni rund 325.900 Minijobs weggebrochen. Dies ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von fast 36 Prozent. Insgesamt ist die Zahl der Minijobber bundesweit um 837.004 zurückgegangen.

Vor allem junge Menschen betroffen

Demnach gingen fast 184.000 Minijobs allein in Restaurants und anderen Gaststätten verloren. In absoluten Zahlen folgen der wirtschaftliche Dienstleistungsbereich mit einem Einbruch um 96.116 Minijobs, der Handel (minus 73.641) und das verarbeitende Gewerbe (minus 70.181). Im Juni 2020 gab es insgesamt rund 12 Prozent weniger Minijobber als im Juni 2019. Jeder achte Minijob ging somit verloren.

Das Gastgewerbe war von den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie vor allem im Frühjahr besonders betroffen. Allein zwischen März und Juni verzeichnete das Gastrogewerbe im Vergleich zu Vorjahr nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga Umsatzeinbußen von 17,6 Milliarden Euro. Im gesamten ersten Halbjahr gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu 40 Prozent zurück. In den Sommerwochen ist mit der Öffnung vieler Gastro-Betriebe zwar wieder etwas Normalität zurückgekehrt. Trotz der Lockerungen gibt es für die Branche jedoch keine Entwarnung. Mit dem Herbst, kälteren Temperaturen und steigenden Infektionszahlen wächst dort die Sorge.

Da in dem Sektor auch viele Studierende arbeiten, hat der Wegfall dieser Nebenjobs für die betroffenen einschneidende Folgen: Viele junge Menschen musste bereits als Folge der Corona-Krise ihre Wohnung kündigen und zurück zu den Eltern ziehen.

Die Daten der Minijobzentrale wurden von der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann abgefragt und ausgewertet. Laut ihren Angaben tragen aufgrund der hohen Fluktuation im Minijobbereich sowohl beendete Arbeitsverhältnisse als auch nicht neu begonnene Arbeitsverhältnisse zum Rückgang bei. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion wies darauf hin, dass durch einen Minijob weder ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld noch auf Arbeitslosengeld entstehe.

Noch mehr Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auch bei Stern Plus.

Quelle: DPA / RTL.de