"Keine Vorbedingungen": Trump zu Treffen mit Irans Präsidenten Ruhani bereit

US-Präsident Donald Trump (r.) beim Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte im Weißen Haus
US-Präsident Donald Trump (r.) beim Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte im Weißen Haus
© REUTERS, BRIAN SNYDER, JRB

30. Juli 2018 - 23:57 Uhr

Dialog statt Drohungen?

Seitdem Donald Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt hat, ist das Verhältnis der beiden Nationen alles andere als gut. Anstatt konstruktiver Gespräche gibt es zwischen den beiden Präsidenten einen regen Austausch von Drohungen. Jetzt überrascht Trump mit einem indirekten Angebot zum persönlichen Dialog: Wenn es nach ihm ginge, würde er sich "jederzeit" zu einem Gespräch mit dem iranischen Präsidenten Ruhani treffen.

Trump will neues Atomabkommen

"Keine Vorbedingungen", sagte Trump am Montag nach einer Begegnung mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte im Weißen Haus. Er sei "jederzeit" zu einem Gespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani bereit. "Ich würde mich sicherlich mit dem Iran treffen, wenn sie sich treffen wollten", ließ Trump verlauten. Er sei sich nur nicht sicher, ob Ruhani sich schon dazu bereit erklären würde.

Trumps Aussagen kommen zu einem überraschenden Zeitpunkt: In den letzten Tagen hatten sich die beiden Präsidenten mit Drohungen überzogen. Grund für den Zwist ist das von Trump im Mai einseitig aufgekündigte Atomabkommen mit dem Iran. Trump sagte, wenn ein sinnvolles Atomabkommen mit dem Iran getroffen werden könne, dann wäre das "gut für sie, gut für uns, gut für die Welt". Das damalige Abkommen sei dagegen "eine Verschwendung von Papier" gewesen. Trump hatte dieses aufgekündigt, obwohl die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wiederholt bescheinigt hatte, dass das Land die Auflagen erfülle.

Vergangene Woche hatte der US-Präsident Teheran vor schweren Konsequenzen gewarnt, sollte die iranische Regierung nicht von Drohungen gegen die USA ablassen. An die Adresse Ruhanis schrieb er auf Twitter in Großbuchstaben: "Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen von der Art zu spüren bekommen, wie sie Wenige zuvor in der Geschichte erleiden mussten".

Iran stehen Finanzsanktionen bevor

Trumps Drohgebärden sind keine Neuheit: Auch gegen das nordkoreanische Regime um Machthaber Kim Jong Un hatte der US-Präsident heftig gewettert. Nach einigem Hin und Her kam es jedoch tatsächlich im Juni zum historischen Treffen der Beiden. Gemeinsam unterschrieben sie bei ihrer Zusammenkunft in Singapur eine Vereinbarung, in der Kim sich zu einer kompletten atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel bereiterklärt. Vielleicht stimmt Trump nun auch mit Ruhani versöhnlichere Töne an und kann ein neues Atomabkommen aushandeln. Daran dürfte auch Teheran interessiert sein: Durch den Ausstieg der USA drohen dem Iran nun wieder Sanktionen für den Finanz- und Energiesektor. Diese Maßnahmen waren im Zuge des Abkommens ausgesetzt worden.