Keine Verschnaufpause für Dynamo: Lazarett lichtet sich

14. Juni 2020 - 14:21 Uhr

Jetzt zählen nur noch Siege. Der Schmerz über die unglückliche Niederlage gegen den Hamburger SV ist noch nicht ganz verflogen, da wartet auf Dynamo Dresden bereits die nächste schwere Aufgabe im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga. Am Montag (20.30 Uhr/Sky) muss das Schlusslicht beim Tabellenführer Arminia Bielefeld antreten.

Die Ostwestfalen wollen im Nachholspiel gegen das Schlusslicht die Rückkehr ins Oberhaus so gut wie perfekt machen, auch wenn das Team von Uwe Neuhaus endgültig erst nächsten Donnerstag gegen Darmstadt 98 feiern könnte. "Die werden das auch vom Tisch haben wollen. Im Endspurt kommt es nicht immer auf Haltungsnoten an. Da geht es nur darum, über den Punkt zu gehen", sagte Dynamos-Cheftrainer Markus Kauczinski am Sonntag bei einer Video-Pressekonferenz.

Der 50-Jährige hat ganz andere Sorgen. Nach dem Sieg von Konkurrent Wehen Wiesbaden am Samstag hat Dresden den Klassenverbleib nur noch bedingt in der eigenen Hand. Das Schlusslicht braucht einen Sieg, um den Anschluss wiederherzustellen. Dafür muss Dresden Ex-Coach Neuhaus die Party aber gründlich verderben.

Auf das Team von Kauczinski wartet aber nicht weniger als die zweitbeste Offensive und die beste Defensive der Liga. "Wir haben auch gegen Hamburg gut verteidigt. Ich will aber, dass wir auch am Ball unsere alte Stärke wiederfinden, um nicht ganz so berechenbar zu sein", forderte Dynamos Coach. Nur drei Tore hat sein Team in den vergangenen fünf Partien erzielt, dagegen aber bereits neun kassiert.

Zudem schwinden nach dem Mammutprogramm der vergangenen zwei Wochen mit Spielen im Drei-Tage-Rhythmus die Kräfte zunehmend. Die Partie auf der Bielefelder Alm wird die sechste innerhalb von 15 Tagen - ein irrsinniges Programm, was kaum durchzuhalten ist. "Ich will und wollte das nie zum Thema machen. Aber das ist schon eine Zumutung, was man da den Spielern an Belastung antut. Das ist schon ein Brett", sagte Kauczinski.

Der Trainer kann jedoch gegen die Arminia wieder auf Ondrej Petrak, Josef Husbauer und René Klingenburg zurückgreifen. Das Lazarett lichtet sich langsam, was Kauczinski mehr Möglichkeiten gibt. Ihm stehen lediglich Dzenis Burnic, Godsway Donyoh und Justin Löwe nicht zur Verfügung.

Es bleibt somit ein Frage der Frische, doch auch im Anschluss bleibt für Dynamo keine Zeit für Erholung. Das immense Programm geht mit Reisestrapazen und zwei Auswärtspartien bei Holstein Kiel (Donnerstag) sowie in Sandhausen (Sonntag) weiter. Erst dann hat Dynamo eine Woche Zeit. Danach liegen neben den drei Partien auch mehr als 3000 Reise-Kilometer hinter dem Schlusslicht.

Um im Rennen zu bleiben, braucht es Siege. Nicht weniger wichtig sind zudem Patzer der Konkurrenz. Niklas Kreuzer blickt daher mit gemischten Gefühlen nach Karlsruhe. Sein Vater, der ehemalige Bundesliga-Profi Oliver Kreuzer, ist Sportdirektor beim KSC. Sohn Niklas wünscht ihm daher mit einem Augenzwinkern "das Schlechteste. Mein ganzes Leben habe ich ihm nur das Beste gewünscht, aber mehr Pech kann man jemanden in den nächsten Wochen jetzt nicht wünschen".

Quelle: DPA