Liebe Eltern, macht euch keine Sorgen!

Keine Schule, kein Freizeitsport: Was macht die Isolation mit unseren Kindern?

Aktuell können Kinder sich nicht wie gewohnt mit ihren Spielkameraden treffen - eine Herausforderung für Eltern und Kinder.
© iStockphoto

07. April 2020 - 15:53 Uhr

Das Leben unserer Kinder wird durch Covid-19 auf den Kopf gestellt

Die Schulen sind wochenlang geschlossen, Sportvereine und jegliche andere Freizeiteinrichtungen ebenfalls, soziale Kontakte sollen vermieden werden: Das Leben unserer Kinder wird durch das Coronavirus auf den Kopf gestellt. Sie müssen sich zuhause beschäftigen, ohne andere Kinder. Und zeitweise auch ohne Eltern, denn die müssen trotzdem weiter arbeiten - auch wenn es von zuhause ist. Was macht die Isolation mit unseren Kindern?

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Kinder haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang

Die Kleinen vor dem Bildschirm parken? Vielleicht eine Lösung, aber sicher nicht für lange. Darauf hoffen, dass selbst ein kleiner Zappelphilipp für acht Stunden Ruhe gibt? Eine Utopie. Was also tun mitten im Coronavirus-Stillstand, wenn Schulsport, Sportvereine, Schwimmbäder, Spielplätze und sogar der Urlaub ausfallen? Denn Kinder haben normalerweise einen ausgeprägten Bewegungsdrang, wie Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, sagt. Diesem Drang setzt das sich ausbreitende Coronavirus enge Grenzen.

Was geschieht mit Kindern, wenn ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird?

"Kinder sind dauernd in Bewegung - zum Leidwesen der Eltern", sagt Tilman Kaethner, Kinderarzt aus Nordenham im Landkreis Wesermarsch und Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Geht das nicht, sei das zwar objektiv nicht gesund, für ernste gesundheitliche Konsequenzen bei Kindern dürfte aber die Zeit zu kurz sein. Jedenfalls, wenn man von sechs bis acht Wochen Stillstand ausgehe. Grundsätzlich sei es nicht gut, Kinder zu zwingen, im Haus zu bleiben. Aber: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in einer überschaubaren Zeit Schäden gibt", meint Kaethner. Die Muskeln von Kindern bauten sich nicht so schnell ab: "Ein Kind bewegt sich per se."

"Auch in der Wohnung lässt sich tanzen, toben und Verstecken spielen"

"Es heißt nicht: Kinder müssen zuhause bleiben", betont der Düsseldorfer Kinderpsychiater Dirk Heimann. "Eltern kennen ihre Kinder ja selbst am besten und merken, wenn ihnen körperliche Auslastung fehlt", sagt Hilgers. "Wer die Möglichkeit hat, kann den Wald und die Natur entdecken. Und auch in der Wohnung lässt sich tanzen, toben und Verstecken spielen."

Ist das der Stress der Kinder oder der Erwachsenen?

Bei aller Sorge um die Kleinsten in der Coronakrise geht es nach Heimanns Einschätzung auch um die Frage: Ist das jetzt der Stress der Kinder oder der Erwachsenen? "Die Frage, wie ich Kinder beschäftigen soll, hat sich bis vor wenigen Jahrzehnten keiner gestellt, weil Kinder sich selbst beschäftigt haben", erklärt er. "Das Problem sind überängstliche Erwachsene." Er betont aber auch: Menschen verfügten über eine hohe Anpassungsfähigkeit - das schließe Kinder ein.

Mehr Zeit vor dem Bildschirm als sonst? Nachvollziehbar!

"Es ist nachvollziehbar, dass Kinder jetzt mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen als zu normalen Zeiten", sagt auch Hilgers. Das sei "für viele Eltern, die Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen müssen, wahrscheinlich ein echter Segen".

Smart trotz Schulschließung: Wir haben die besten Lern-Apps und -Programme für Ihr Kind zusammengestellt und diese für verschiedene Altersgruppen eingeordnet.

TOGGO - „Zusammen mehr Spaß“

​Kennen Sie schon die neue TOGGO-Kampagne "Zusammen mehr Spaß" - mit Inhalten für Kinder zu allen TOGGO-Themen gegen die Langeweile zu Hause? Auch in unserer beliebten Toggolino App haben wir Bastel-Ideen und neue Videos zum Motto "Zusammen mehr Spaß" hinzugefügt. Schauen Sie vorbei!

Quelle: DPA/RTL.de