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Keine Prügel für saudischen Blogger Raif Badawi - Kollegin kommt frei

Keine Prügel für saudischen Blogger Raif Badawi - Kollegin kommt frei

Keine Prügel für saudischen Blogger - Kollegin kommt frei
Eine Gruppe demonstrierte in Berlin für die endgültige Aussetzung der Prügelstrafe.
dpa, Felix Zahn

Peitschenhiebe aus "gesundheitlichen Gründen" ausgesetzt

In dem Fall des wegen Islambeleidigung zu 1.000 Stockhieben verurteilten Bloggers Raif Badawi kommt Bewegung. Am Freitag wurde zunächst die Prügelstrafe - vorgesehen waren weitere 50 Schläge - laut Amnesty International ausgesetzt. Dann kam nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Bloggerin und Mitbegründerin des liberalen Badawi-Blogs nach drei Monaten auf freien Fuß.

Vor drei Wochen war der Blogger Badawi erstmals in der Stadt Dschidda öffentlich mit Stockhieben bestraft worden. Der Fall sorgte international für Empörung. Die Strafe wurde nun zum dritten Mal aus "gesundheitlichen Gründen" ausgesetzt. Nach dem Tod von König Abdullah hat in der Zwischenzeit König Salman die Herrschaft übernommen. Beobachter sahen in dessen Umgang mit Blogger Badawi eine erste Probe. Badawi war im Mai 2014 zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und 1.000 Stockschlägen verurteilt worden.

Der Fall hatte auch den Besuch von US-Präsident Barack Obama beim neuen Monarchen am Dienstag überschattet. Washington werde bei den Menschenrechten einen "stetigen, durchgehenden Druck" auf Saudi- Arabien ausüben, sagte Obama damals dem TV-Sender CNN. Der Präsident räumte ein, dass einige Verbündete Themen wie Menschenrechte und politische Reformen als unbequem und frustrierend empfänden.

Die Ehefrau Badawis ist besorgt über den Gesundheitszustand ihres Mannes. "Sein Arzt hat uns gesagt, dass es ihm gesundheitlich nicht gut geht. Er leidet an Bluthochdruck und das könnte gefährlich werden." Nach Angaben von Amnesty International drohen ihm gesundheitliche Langzeitschäden wie Lähmungen, falls er die Reststrafe von 950 Stockhieben erhält. Badawis Frau hält sich mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada auf.